Veranstaltung JI-Wien

13.09.2016

JI goes Twin-City-Region

Rund 25 Mitglieder der Jungen Industrie Wien, Niederösterreich und Burgenland waren in Bratislava um Politik, Wirtschaft und Automobil-Industrie der Slowakei näher kennen zu lernen.

Botschafter Helfried Carl empfing die JI-Gruppe am Dach des Botschaftsgebäudes um über die politische sowie wirtschaftliche Situation der Slowakei zu sprechen. Die Wirtschaftsbeziehung zu Österreich seien ausgesprochen gut, so der Botschafter. 92 Prozent der österreichischen Investoren würden sofort wieder im Nachbarland investieren. Die führenden heimischen Unternehmen seien vor allem Automobilzulieferer, Banken und Versicherungen. Laut Stephan Gebeshuber vom Außenwirtschaftscenter liege das Wirtschaftswachstum der Slowakei auch über dem EU-Durchschnitt mit einer weiterhin positiven Tendenz. Vor allem niedrige Steuern sowie niedrige Lohnnebenkosten sind entscheidende Standortfaktoren, die für Investitionen in der Slowakei sprechen. Ab 2017 soll es auch eine Ein-Euro-GmbH geben um Gründer und Startups anzulocken.

Fachkräfte als Schlüsselfaktor

Im Industriebereich ist der Automotive Sektor tonangebend in der Slowakei. 5 Prozent der slowakischen Arbeitnehmer sind direkt im Automotive Bereich angestellt und 10 Prozent der Arbeitnehmer sind indirekt über den starken Autosektor in Beschäftigung. Dabei ist die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften die bei Weitem größte Herausforderung für die Autoindustrie. Gerade Jugendliche in technischen (Lehr-)Berufen sind kaum vorhanden. Aus diesem Grund hat der slowakische Automobilverband in Kooperation mit dem Außenwirtschaftscenter und der WKO das Projekt „young stars“ ins Leben gerufen. Ein duales Ausbildungssystem, wie wir es aus Österreich oder Deutschland kennen, ist in der Slowakei aus staatlichen Mitteln nicht vorhanden. Deshalb wurde die Initiative von den Vereinen gestartet, die genau eine solche Ausbildung für Schülerinnen und Schüler möglich macht, nämlich sowohl Theorieeinheiten als auch die praktische Anwendung des Gelernten. Man erhofft sich den vorherrschenden Fachkräftemangel durch die Ausbildung von qualifizierten Arbeitnehmern reduzieren zu können um als Standort für die Automobilindustrie weiterhin attraktiv zu bleiben. Auch österreichische Unternehmen, wie MIBA, Pankl Racing Systems, ZKW oder HTP bilden im Rahmen der Initiative Lehrlinge aus.

High-Class Fertigung bei Volkswagen

Nach der Diskussion über die Automobilindustrie war eine Besichtigung des VW-Werks in Bratislava unumgänglich. Die Volkswagengruppe beschäftigt in der Slowakei über 10.000 Mitarbeiter. Am Standort Bratislava werden hauptsächlich die SUVs des Konzerns hergestellt. Die Führung gewährte Einblick in den Produktionsprozess der Geländewagen VW Touareg, Audi Q7 und Porsche Cayenne. Ein Automatisierungsgrad von 65 Prozent bei der Herstellung und Zusammensetzung der Autos beeindruckte die JI-Mitglieder und zeigte ein gelungenes Beispiel von Digitalisierung auf.