Veranstaltung JI-Wien

21.03.2018

Ist alles Geld, was klickt?

Unter dem Titel „2 Klicks, 2 Millionen – wie Kryptowährungen die Finanzwelt auf den Kopf stellen“ diskutierten Experten auf Einladung der JI Wien über die Entwicklungen im Kryptosektor.

Neue Technologien im Finanzsektor sind Chance und Herausforderungen zugleich. Digitale Währungen, die zum großen Teil auf Basis der Blockchain-Technologie funktionieren, werden zunehmend ernsthafter gesehen und verwendet - weg vom Image des Spekulationsobjektes, hin zum sinnvollen Einsatz, zum Beispiel in der Unternehmensfinanzierung.

Digitales Geld als Unternehmensfinanzierung

Einen sogenannten ICO (Initial Coin Offering) hat Paul Polterauer mit seinem Startup Herosphere, einer Online-Wettbörse, als erster in Österreich vollzogen. Dieser war in hierzulande unter gewissen Umständen möglich, gehe jedoch zurzeit noch eher in Richtung Crowdfunding, so Polterauer. Der Unterschied sei, dass es sich dabei nicht um eine Vorabfinanzierung handle, sondern man für seinen Input gleich etwas handelbares, nämlich Token, bekomme. Ludwig Nießen von der Wiener Börse ist noch etwas zurückhaltend, wenn es um Kryptowährungen geht und stellt die Frage, ob man wirklich neue Währungen benötige oder nicht die Technologie dahinter das interessante Instrument für mögliche neue Finanzierungsarten sei. Seriöse Finanzierung brauche in jedem Fall Rahmenbedingungen, die es in Österreich noch nicht gibt.

Stabilität durch Regulierung

Auch die Banken haben mit diesem Punkt zu kämpfen. „Als Bank leidet man oft unter Regulierungen, kann aber nichts machen, wenn etwas nicht reguliert ist“, so Stefan Sandberger von der Raiffeisenlandesbank OÖ, über den derzeitigen Beobachterstatus der Banken. Die Schwierigkeit der Regulierung liege jedoch auch an der Globalität der Entwicklungen im Kryptosektor, so Christian Niedermüller von der ABBAG. Es gehe darum den partiell durchaus benötigten Umfang der Regulierung sinnvoll zu gestalten, um neben Konsumentenschutz- bzw. Geldwäscheaspekten, auch genügend Innovationen zuzulassen, die letztendlich auch wieder den Standort stärken, so Niedermüller. Auch aus Startup-Sicht seien Regulatorien wünschenswert, da diese zum jetzigen frühen Stadium eine ganze Industrie anziehen könnten, sofern diese nicht innovationsfeindlich gestaltet seien, bestätigt Polterauer.