Veranstaltung JI-Vorarlberg

20.10.2017

Mittagsstammtisch mit Klaus Risch

Am 16. Oktober 2017 konnten sich die Mitglieder der Jungen Industrie im Zuge des JI-Stammtisches auf einen erfolgreichen Manager freuen. Klaus Risch, CEO des Martin Hilti Family Trust in Schaan (Liechtenstein), referierte über die Herausforderungen für einen Weltkonzern in der heutigen Zeit und gab einen spannenden Einblick in das Wirtschaftstreiben des Nachbarlandes.

JI-Vorstandsmitglied Laurenz Sagmeister mit dem Vortragenden Klaus Risch

Klaus Risch startete direkt nach seinem Betriebswirtschaftsstudium bei Hilti in Schaan und hat seitdem verschiedenste Führungspositionen auf verschiedensten Kontinenten durchlaufen und gilt daher als echter Hiltianer. Der gebürtige Liechtensteiner referierte u.a. über seine Person, über die Rolle der Industrie in Liechtenstein, deren Herausforderungen und über die Maßnahmen die Hilti ergreift, um für internationale Arbeitskräfte attraktiv zu sein.

Nach dem firmeninternen Motto „Erfahrungen im Ausland sammeln“, u.a. als Leiter im Controlling von Hilti USA, Geschäftsführer der Hilti in Österreich und Deutschland, hat es ihn am Ende wieder ins Fürstentum verschlagen, wo er viele Jahre lang Personalchef des Konzerns mit rund 24.000 Mitarbeitern war. Daneben hat Risch viele ehrenamtliche Positionen inne, so ist er auch Präsident der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer.

Liechtenstein wird meist als reiner Standort für Finanzdienstleistungen gesehen, viele übersehen aber, dass Liechtenstein eine blühende Industrie hat, welche mittlerweile eine Wertschöpfung von über 40% generiert. Dass Liechtenstein auch genau so viel Einwohner wie Arbeitsplätze hat, stellt das kleine Fürstentum mittlerweile vor einige Herausforderungen, so gilt es doch weiterhin als Arbeitsplatz attraktiv zu sein.

Die Herausforderungen für Hilti und Liechtenstein sind der hohe Franken, der immer größer werdende Protektionismus der USA und der Fachkräftemangel. Durch die mögliche Abschottung der USA sieht Risch eine besondere Gefahr, zumal Hilti ein Viertel des Konzernumsatzes in den USA lukriert. Der Fachkräftemangel ist wie auch in Vorarlberg bzw. Österreich ein weiteres Kernproblem. Die Rekrutierung für den Standort in Liechtenstein hat sich stark verändert. Um Fachkräfte zu bekommen rekrutierten wir früher vermehrt lokal, dann regional, dann europaweit nun weltweit, so Risch. Vor allem wenn es um junge Fachkräfte gehe, habe Liechtenstein meist das Nachsehen. Junge Menschen zieht es in Städte mit urbanen Strukturen und da können wir schlichtweg nicht mithalten, so Risch. Um dem Problem entgegenzuwirken investieren wir in den Standort und in die Bildung, so Risch weiter. Gerade durch Kooperationen mit Schulen und Universitäten – auch mit Universitäten in der Schweiz – versucht Hilti schon früh junge Fachkräfte zu binden und für Hilti zu begeistern.