Veranstaltung JI-Vorarlberg

21.04.2017

Mittagsstammtisch mit Herbert Sausgruber

Politik im Wandel der Zeit! Schlägt die Stunde der Populisten? Brandaktuelle Fragen, ein ehemaliger Landeshauptmann und eine interessante Diskussion im Rahmen eines Mittagessens beim JI-Mittagsstammtisch.

Mit aLH Dr. Herbert Sausgruber konnte die Junge Industrie Vorarlberg (JI) einen hochkarätigen Referenten gewinnen, der am 19. April 2017 im Hotel Schwärzler in Bregenz einen höchst interessanten Vortrag vor den Mitglieder der Jungen Industrie hielt. Er referierte über aktuelle Entwicklungen auf der Welt und gab einen interessanten Einblick, wie Emotionen, Gefühle und Drohszenarieren auch in Österreich bzw. Vorarlberg zu bewältigen seien. Gerade bei diesem Thema sei eine grundlegende Unterscheidung unumgänglich, nämlich das man zwischen emotionalem und rationalem Denken unterscheiden müsse. Natürlich sprechen spontane und emotionale Themen mehr an als rein rationale, gab Sausgruber zu bedenken. Denn das emotionale sei in jedem Menschen tief verwurzelt und könne nicht einfach abgestellt werden. Gerade in Richtung der Politiker solle man nie vergessen, dass Politik immer auch emotional sei. „In Österreich beschäftigt man sich immer wieder zu sehr mit den kleinen Problemen, anstatt die großen Reformen endlich zu anzupacken“, so der ehemalige Landeshauptmann. Sausgruber erinnerte sich zurück an seine Regierungszeit und meinte nüchtern betrachtet, man solle einfach nichts versprechen, was man nicht halten könne. Denn dadurch entstünden erst die wirklichen Probleme. Man müsse in der Politik immer langfristig denken und eine Chance immer mit einer positiven Idee verknüpfen.

Fehlende Mehrheiten als Schwäche
Angesprochen auf die derzeitigen Probleme in der Europäischen Union meinte Sausgruber, dass eine kontinentale Willensschwäche auszumachen sei. Es fehle schlicht und einfach an Mehrheiten, welche die Politik dann auch befähigt, etwas umsetzen zu können. „In Brüssel sitzen zwar die klügsten Köpfe, aber man kann die Probleme nur zu Hause im jeweiligen Nationalstaat lösen. Wenn aber die Regierung dort die Mehrheiten nicht zusammen bekommt, steht man eben vor einem gewaltigen Problem, denn die in Brüssel zugesagten Initiativen müssen zu Hause ja auch wieder umgesetzt werden“, so Sausgruber. Es brauche hier schlichtweg eine Exekutive, die auch in der Lage sei, etwas durchzusetzen. Gerade beim Schutz der Grenzen und der tieferen EU-Integration sei das unerlässlich.