Veranstaltung JI-Vorarlberg

21.04.2015

JI-Stammtisch: Gehaltsmythen auf dem Prüfstand

Das Jahresmotto "Grenzen überschreiten" der Jungen Industrie eignete sich ideal für eine Diskussion über Gehaltsvergleiche mit den Nachbarregionen. Deshalb lud die JI zum Mittagsstammtisch mit Michael Mall, geschäftsführender Gesellschafter von CFS-Consulting, ins Dornbirner Gasthaus Gemsle.

Der Austausch in gemütlicher Atmosphäre steht beim JI-Stammtisch im Vordergrund.

Ländervergleich


Der Referent, selbst Spezialist für Entgeltsysteme, startete in die Diskussion mit interessanten Fakten, die durch einen von CFS-Consulting durchgeführten Gehaltsvergleich mit über 10.000 Personen aus 46 Unternehmen untermauert wurden. So sind Vorarlberger Löhne im Schnitt höher als jene im süddeutschen Raum und mit steigender Qualifikation der Mitarbeiter auch schon recht nahe am Lohnniveau der Ostschweiz. Wenn man jetzt noch den zusätzlichen Aufwand für das Pendeln ins Ausland, den geringeren Urlaubsanspruch und die höhere Wochenarbeitszeit berücksichtige, müsse man als Fachkraft schon gut vergleichen, ob eine Anstellung in der Schweiz noch den erhofften Gehaltssprung bringe, so Mall. Andererseits seien aber auch die hohen Lebenserhaltungskosten in Vorarlberg nicht von der Hand zu weisen, besonders im Vergleich zu Deutschland. So berichtete dann auch ein JI-Mitglied von einem neuen Mitarbeiter, der vom Werk in Deutschland nach Vorarlberg wechselte und sich erst über einen großen Gehaltssprung freute und dann vom lokalen Preisniveau wieder auf den Boden der Realität zurückgeholt wurde.

Attraktivität Vorarlbergs


In der darauffolgenden Diskussion unter den Gästen wurde immer wieder die Attraktivität Vorarlbergs als Arbeits- und Lebensraum unterstrichen, die neben einem guten Gehalt zusätzlichen Anreiz biete, sich in Vorarlberg niederzulassen. Michael Mall warnte jedoch davor, sich zu sehr blenden zu lassen: Auf der einen Seite gebe es zwar Menschen, die aufgrund der hohen Lebensqualität gerne nach Vorarlberg ziehen würden, die fehlenden Annehmlichkeiten einer Großstadt seien aber gleichzeitig für viele ein Grund, Vorarlberg als möglichen Arbeitsplatz von vorhinein auszuschließen. So war dann auch der abschließende Tenor des Mittagsstammtisches, dass eine gute Entlohnung zwar ein erster Schritt sei, aber noch viele weitere getan werden müssen, um als Arbeitgeber attraktiv für benötigte Fachkräfte zu sein.