Veranstaltung JI-Vorarlberg

02.03.2016

JI-Mittagsstammtisch: Startups – „Just do it“ oder „Ich bin doch nicht blöd“?

„Das Silicon Valley liegt an der Dornbirnerach“ titelten die Vorarlberger Nachrichten in einem Bericht zum Speed Start Studio von Michael Breidenbrücker, der am 25. Februar im Gasthaus Gemsle in Dornbirn als Gast des JI-Mittagsstammtisches geladen war. Die anwesenden JI-Mitglieder bekamen einen spannenden Einblick in die Welt der Startups.

Gute besuchter JI-Stammtisch

Das erste Unternehmen, das Michael Breidenbrücker mitbegründet und jahrelang geführt hat, war last.fm, eine soziale Software zum Entdecken von Musik. Last.fm wurde ein Erfolg und das Unternehmen schlussendlich um 280 Millionen Dollar verkauft. Aus dieser spannenden Zeit in London berichtete der Bregenzerwälder ebenso wie von seiner Arbeit beim Venture Capital Fond Speedinvest und beim in Dornbirn beheimateten Speed Start Studio, eine von ihm mitbegründete Company Building Plattform.

Gründen will gelernt sein

„Gründen ist die Konsequenz aus dem Willen, etwas zu Verändern oder ein Problem zu lösen“, machte Breidenbrücker den Gästen klar und erzählte als kleine Anekdote, dass sich viele bei ihm zwecks Gründung eines Startups melden würden, jedoch noch nicht einmal eine Geschäftsidee, geschweige denn einen Business Plan haben. Klassische Startup-Modelle, wie sie in London oder Berlin zu finden seien, könne man sowieso nur schwer auf Vorarlberg übertragen, erklärte der Entrepreneur den Gästen. Zudem sei es sehr schwer, alleine etwas auf die Beine zu stellen. Deshalb wären mehrere Beteiligte bei der Gründung – auch aus Sicht der Risikokaptialgeber, die mitunter eine Finanzierung verweigern – sicher die bessere Wahl.

Industrie auch für Startups interessant

Des Weiteren gelte es, sich genau zu überlegen, was in Vorarlberg überhaupt funktioniere. „Die Industrie ist in Vorarlberg sehr stark vertreten und funktioniert oftmals in nicht-digitalen Segmenten. Die beste Möglichkeit für ein heimisches Startup ist es also, genau in diesem nicht-digitalem Bereich tätig zu werden“, rät Breidenbrücker den Gästen. Dann könne man heimische Industriebetriebe als Kunden gewinnen oder im besten Fall mit ihnen zusammen ein innovatives Produkt entwickeln.

Finanzierung oftmals ein Problem

Einig waren sich viele Gäste des Mittagsstammtisches, dass die Finanzierung heimischer Startups oftmals ein Problem darstellt, da klassische Bewertungsmethoden den wirklichen Wert eines digitalen Newcomers nur schwer abbilden können. Zudem sei die heimische Risikokapitalgeber-Landschaft äußerst überschaubar. Nicht ohne Grund fordert die Industriellenvereinigung Vorarlberg deshalb in ihrer kürzlich präsentierten Strategie für ein wettbewerbsfähiges, lebenswertes Vorarlberg eine Aktivierung des privaten Beteiligungsmarktes in der Region und regt auch beispielsweise Garantieübernahmen bei Unternehmensgründungen in Zukunftsindustrien an.

Da passt auch der nächste JI-Mittagsstammtisch am 28. April wie die Faust aufs Auge, denn als Gast wird Daniel Keiper-Knorr, Partner und Gründer von Speedinvest, dem erfolgreichsten heimischen Risikokapitalgeber, mit den Mitgliedern der Jungen Industrie zusammen speisen.