Veranstaltung JI-Vorarlberg

27.06.2017

JI-Mittagsstammtisch mit Christoph Längle

Fußball im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichem und sportlichem Erfolg. Der Geschäftsführer des SCR Altach – Christoph Längle – zu Gast bei der Jungen Industrie (JI) Vorarlberg.

Gute besuchter JI-Stammtisch mit SCRA-GF Christoph Längle.

Am 20.6.2017 konnten sich die Mitglieder der Jungen Industrie auf eine sehr erfolgreiche Persönlichkeit aus dem Sport freuen. Christoph Längle, der sein Hobby zum Beruf machte, referierte unter anderem über die Entwicklung des SCR Altach, über seine Person, über die Struktur des Vereins und über die Herausforderungen in diesem Business. Zum Schluss gab er den JI-Mitgliedern auch noch einen groben Überblick über das Budget des Vereins.

Der gebürtige Altacher übernahm im Jahr 2000 die Position des sportlichen Leiters beim damaligen Regionalligaverein Altach: „Für mich lief das Ganze unter dem Titel ‚Erfahrung fürs Leben sammeln‘, nie ahnend einmal hauptberuflich im Fußball tätig zu sein.“ Ehrenamtlich begonnen, ist Längle heute Geschäftsführer des überaus erfolgreichen Vereins, der es dieses Jahr schaffte sich abermals – zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte – für die Europa League zu qualifizieren.

Wenn er auf die Erfolgsfaktoren des Clubs zu sprechen kommt, sind das vor allem die Menschen im Verein, die Geschäftsstelle, die Spieler, aber auch die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter. Diese starke Identifikation der Menschen zum Unternehmen treibt sie zu Höchstleistungen, so Längle. Die Bescheidenheit, die Bodenständigkeit und das hohe soziale Engagement und vor allem auch der personifizierte Bezug zu Vorarlberg – das zeigt sich darin, dass relativ viele Spieler aus Vorarlberg beim SCRA spielen – gelten als weitere Erfolgsfaktoren.

Als weiterer Erfolgsgarant gilt die Strukturänderung innerhalb des Vereins. Der SCR Altach wird heute wie ein Unternehmen geführt, mit Vorstand und Aufsichtsrat. Eine neue Struktur zu schaffen und aufzubauen war schwer, aber es hat sich gelohnt, so Längle: „Es braucht Fachkompetenz in den jeweiligen Positionen und klare Zuständigkeiten.“

In sportlicher Hinsicht sieht sich der SCR Altach als Ausbildungsverein, sowie als Sprungbrett für junge Spieler, so Längle: „Ein großer Vorteil von Vorarlberg ist seine Lage. Gerade mit Deutschland, aber auch mit der Schweiz kommen sehr viele Scouts ins Ländle, um nach jungen, talentierten Spielern zu suchen.“

Den größten Unterschied zu Industriebetrieben sieht Längle darin, dass man als Sportverein im Profibereich immer in der Öffentlichkeit steht und nahezu alles medial begleitet wird: „Man muss sich nach jeder Entscheidung ständig öffentlich erklären, vor allem was personelle Entscheidungen anbelangt.“

Am Ende seines Impulses wurden die Mitglieder der Jungen Industrie über die Zusammensetzung des Budgets des SCR Altach informiert. Mit knapp 45% und somit höchste Einnahmequelle des Sportvereins ist das Sponsoring gefolgt von Medienrechte mit 21% und Ticketing mit 9%. Die sonstigen Erlöse – unter anderem Catering, Förderungen, Transfers – betragen 25%. Verbesserungspotenzial sieht Längle vor allem im Bereich des Ticketverkaufs, falls die Infrastruktur – Überdachung der Tribüne – verbessert wird. „Bei Regen geht niemand gerne ins Stadion, wenn dann noch nicht einmal alles überdacht ist, bleiben viele lieber zu Hause“, meint Längle. Trotz des vierten Tabellenplatzes ist man was das Budget anbelangt noch weit hinter den Top 4 der Liga – Salzburg, Rapid Wien, Austria Wien und Sturm Graz.

Nach dem Input von Christoph Längle hatten die JI-Mitglieder beim gemeinsamen Mittagessen noch genügend Zeit für Fragen.