Veranstaltung JI-Tirol

31.08.2016

Über erfolgreiche Familienunternehmen, innovative Ideen und die Gründerszene in Tirol

Alpbach – Zwei Vertreter der Jungen Industrie Tirol sowie zwei weitere Jungunternehmer aus Tirol folgten am 18. August 2016 bereits zum vierten Mal der Einladung des Club Alpbach Tirol, um mit den rund 20 anwesenden Stipendiaten, Jungforschern und Jungakademikern über das Thema des diesjährigen Tiroltages: Wirtschaftlichen Erfolg durch die Stärkung von Innovationsketten zu diskutieren. Die Fragen aus dem Publikum waren zahlreich, weshalb auch versucht wurde, jede einzelne zu beantworten. Diskutiert wurde während des Abends in Form eines „Weltcafés“.

Hans-Jürgen Wohlschlager, Vorsitzender der Jungen Industrie (JI) Tirol, und Gründer der Firma packari.com zeigte sich sehr zufrieden mit dem Standort Tirol, aufgrund der Nord-Südachse finde er perfekte Rahmenbedingungen vor, um seine Kunden in ganz Europa zu beliefern. Seiner Meinung nach fehle es oft an qualifizierten Arbeitskräften, auf die man sich verlassen kann. Wohlschlager ist überzeugt, dass es nur mittels Innovation und Nähe zum Kunden möglich sei, am Markt überlebensfähig zu sein.

Matthias Zitterbart vom DAKA Entsorgungsunternehmen und JI-Vorstandsmitglied, vermittelte einen spannenden Einblick in ein Tiroler Traditionsunternehmen, und schilderte die gegenwärtigen Möglichkeiten, Herausforderungen, Chancen und Schwierigkeiten aus Sicht eines Familienunternehmens. Wie Matthias Zitterbart an einigen Beispielen zeigen konnte, spielen Forschung und Innovation gerade auch im Bereich der Abfallwirtschaft eine bedeutsame Rolle: Von der Müll-APP, über die geplante Mülltonne, die sich meldet, wenn sie zu entleeren ist bis hin zum bereits eingeläuteten Wandel der Abfallwirtschaft zur Ressourcenwirtschaft. Die Beteiligung des Unternehmens an diversen Forschungsprojekten liege daher auf der Hand.

Für die Zukunft wünschen sich beide Referenten, dass sich mehr junge Menschen mit dem Unternehmergeist infizieren lassen und sich trauen, ihre Ideen umzusetzen und eine Unternehmensgründung wagen.

Geduldig beantworteten die Jungunternehmer die Fragen und Stellungnahmen der interessierten Stipendiaten.

An der Diskussion beteiligten sich auch Georg Dominguez, gemeinsam mit Karoline Haier, welche von den anfänglichen Höhen und den darauf folgenden Tiefen ihres Start-Ups „Liebe & Lose“ ausführlich erzählten: ihr Konzept war es, ein verpackungsfreies und aus regionalen Produkten bestehendes Sortiment anzubieten, welches über Crowdfunding finanziert wurde. Nach der Insolvenz nur wenige Monate nach der Eröffnung, ließ Georg nicht locker, hörte sich die Meinung seiner Kunden an und passte sein Konzept für den Laden an. Dank seines Durchhaltevermögens wurde das Geschäft nach nur fünf Monaten der Insolvenzmeldung wiedereröffnet.

Einen Ratschlag, den er den Stipendiaten mit auf den Weg gab, falls sie ein Start-Up gründen möchten: von Beginn an immer vom Worst und Best Case Szenario ausgehen. Man muss auf beides gefasst sein.

Außerdem durften wir Daniel Deutsch begrüßen, er ist Mitgründer der Parfum-Manufaktur Acqua Alpes, die bereits heuer einen zweiten Laden in der Innsbrucker Altstadt eröffnen konnten. Deutsch schilderte den Werdegang von der Idee bis zum fertigen Produkt: die Grundidee war es, die Frische der Berge durch verschiedene Parfums zu interpretieren. Er erklärte auch, welche Rolle Emotionen bei ihren Kunden spielen und wie versucht wird, dies umzusetzen.

Der Club Alpbach Tirol freute sich über den großen Anklang, die offene und konstruktive Diskussion und auf den Jungunternehmeraperitif 2017.