Veranstaltung JI-Tirol

08.11.2016

Studienreise Osttirol & Umgebung

Die 29. Studienreise der Jungen Industrie Tirol (18 TeilnehmerInnen) führte dieses Mal vom 26. bis 28. Oktober 2016 über Südtirol nach Osttirol.

Der erste Stopp wurde in Brixen bei der Firma Microtec gemacht. Microtec konstruiert Holz-Scanner für Sägewerke und andere Holzverarbeiter und ist in diesem Segment weltweit Marktführer. Am öftesten verkauft wird der Multi-Sensor Goldeneye, den sie seit 2009 im Programm haben.

Wenige Kilometer entfernt befindet sich die DUKA AG, das nächste Besichtigungsziel. DUKA stellt hochwertige Duschkabinen her und vertreibt diese vorwiegend in Italien, Österreich und Deutschland. Der Chef persönlich, Christian Krapf, seit Frühjahr 2016 auch Präsident der Jungunternehmer Südtirols, führte durch sein Reich. Mit über 200 Mitarbeitern wird eine Vielzahl an unterschiedlichen Duschkabinen erzeugt.

Zum Abendessen konnten IV-Vizepräsident Paul Unterweger mit Tochter Mag. Michaela Hysek-Unterweger und Schwiegersohn Paul begrüßt werden. Im Rahmen seiner Grußworte gab er einen sehr interessanten Einblick in den Wirtschaftsstandort Osttirol.

Am Donnerstagvormittag stand ein Besuch der TAL in Kienburg/Matrei i.O. am Programm. Der Geschäftsführer, DI Andreas Landsteiner, zeigte anhand einiger Folien das Wunderwerk TAL. Über das insgesamt 753 Kilometer lange Leitungsnetz, das von Triest in Italien bis Karlsruhe/Rhein reicht, werden insgesamt 9 Raffinerien in Österreich, Deutschland und Tschechien versorgt. Mit dem transportierten Rohöl wird der Bedarf von Österreich zu 90%, von Tschechien zu 40% und von Deutschland ebenfalls zu 40% (von Bayern und Baden Württemberg zu 100%) gedeckt.

Am Nachmittag wird die Durst Phototechnik Digital Technology GmbH besucht. Das Unternehmen wurde 1936 von Julius Durst in Südtirol gegründet und befindet sich nach wie vor in Familienbesitz. Durst ist der weltweit führende Anbieter von Inkjet-Drucksystemen für industrielle Anwendungen. Das Tochterunternehmen in Lienz wurde 1999 errichtet und produziert nicht nur Drucker, sondern beherbergt auch das Forschungszentrum für die Inkjet-Technologie.

Der Freitag beginnt in Thal-Assling mit einem zweiten Frühstück, zu dem IV-Vizepräsident Paul Unterweger und Tochter Michaela in die soeben fertig gestellte neue Lagerhalle luden. Auf Brot oder mit Joghurt und einem frischen Espresso wurde die aktuelle Palette verkostet und gab es bereits viel über das Unternehmen und die letzten größeren betrieblichen Veränderungen zu erfahren. Unterweger baut sukzessive aus, neu und um. Die neue Lagerhalle ist der erste größere Bauabschnitt, Teile der Produktion folgen bald und auch im Bereich Marketing & Marmeladengläser und Produktgestaltung ist durch Michaelas Handschrift vieles neu.

18 Kilometer weiter liegt Heinfels, überragt von einer imposanten Burganlage. Direkt hinter dem Burghügel versteckt sich die E.G.O. Austria Elektrogeräte GesmbH. Die E.G.O.-Gruppe ist einer der weltweit führenden Hersteller von Technologien, Komponenten und Produkten für Hausgeräte. Mit 18 Vertriebs- und Produktionsgesellschaften und rund 6.000 Mitarbeitern wurde 2015 ein Umsatz von rund 600 Mio. Euro erzielt.

Der Geschäftsführer, DI (FH) Karl-Heinz Horsmann, gab einen überaus spannenden Einblick in wichtige Meilensteine der Unternehmensentwicklung. Am Standort Heinfels sind ca. 230 Mitarbeiter beschäftigt. Pro Jahr werden mehrere Millionen Heizsysteme für Kochplatten und Kochfelder produziert.

Und schließlich die letzte Station der Studienreise: Loacker. Der Geschäftsführer, DI Frank-Jürgen Hess, begrüßt die Junge Industrie persönlich und bringt sie direkt zum Umkleideraum, wo Überzieher für Schuhe, schöne weiße Mäntel und Hauben ausgefasst werden. Nach einem kurzen Überblick über die Geschichte des Unternehmens, die mit der Gründung im Jahr 1925 durch Alfons Loacker beginnt, wird sofort zum Betriebsrundgang gestartet. Loacker hat sein Stammwerk nach wie vor am Ritten in Südtirol.

Aus den anfänglich 50 Mitarbeitern im 1997 in Heinfels errichteten Werk sind inzwischen 300 geworden. Der letzte große Erweiterungsbau wurde 2016 eröffnet, umfasste ein Investitionsvolumen von rund 70 Mio. Euro, und brachte 50 weitere Arbeitsplätze. Hauptmarkt ist Italien, gefolgt von Saudi-Arabien, Südkorea, China und Israel. Der arabische Raum ist generell sehr gut vertreten, wobei der Export in über 100 Länder erfolgt.