Veranstaltung JI-Oberösterreich

07.10.2016

Vom Bruch zum Aufbruch: Junge Industrie stellt Zukunftsthemen in den Fokus

Digitalisierung, Arbeitswelt, Veränderungen und Chancen: Die Junge Industrie nimmt bei ihrer Bundestagung in Linz die Zukunft unter die Lupe – JI-Bundesvorsitzende Niss: „Es gilt, Brüche nicht zu fürchten, sondern aktiv mitzugestalten und für den Aufbruch zu nutzen. Denn richtig gemacht, kann die Digitalisierung für uns in Europa Vorteile bringen!“

v.l.n.r.: DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch, IV OÖ-Geschäftsführer, Dr. Wolfgang Eder, Vorsitzender des Vorstandes der voestalpine AG, Dr. Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, Mag. Mario Haidlmair, Landesvorsitzender der Jungen Industrie Oberösterreich

Die Industrie ist gegenwärtig mit einer Vielzahl von Veränderungen konfrontiert: Industrie 4.0 wird die Arbeitswelt und die gesamte industrielle Produktion grundlegend verändern. Die Junge Industrie (JI) beschäftigt sich als Netzwerk junger, kritischer Führungskräfte intensiv mit diesem Themenbereich und hat diesen auch in den Mittelpunkt ihrer aktuell in Linz stattfindenden Bundestagung gerückt. „Klar ist, dass sich der Strukturwandel weiter beschleunigt“, erklärte dazu Dr. Therese Niss, die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie: „Hier gilt es aber, diese Brüche nicht zu fürchten, sondern für einen Aufbruch zu nutzen. Denn richtiggemacht, kann die Digitalisierung für uns in Europa Vorteile bringen.“ Manche Jobs würden sicher verschwinden, gleichzeitig würden aber neue, höher qualifizierte Jobs entstehen: „Damit wir die Chancen von Industrie 4.0 aber nutzen können, müssen wir diese Entwicklung mitgestalten. Angst und präventive Verteidigung, etwa durch Maschinensteuern, sind der falsche Weg. Wir müssen vielmehr rasch und beherzt endlich unser Bildungssystem ins 21. Jahrhundert bringen und mehr in Forschung und Entwicklung investieren“, so Niss.

Auch IV OÖ-Präsident Dr. Axel Greiner sieht die Industrie aktuell an einem Punkt hochdynamischer, disruptiver Veränderungen. „Die Angst vor den Maschinen geht wieder um. Es ist Aufgabe der Jugend, die Chancen viel stärker herauszuarbeiten und zu betonen,
die durch neue Technologien entstehen“, so Greiner in seinem Statement vor rund 150 JIMitgliedern aus ganz Österreich. Veränderungsbereit auf den Zug aufzuspringen und die Gesellschaft auf dieser Reise mitzunehmen, sei eine Voraussetzung dafür, damit Österreich von diesen Entwicklungen stark profitieren kann: „Die Veränderungsresistenz in unserer Gesellschaft kann nur durch jugendlichen Mut, Engagement, Flexibilität und vor allem sehr gute Ausbildung überwunden werden!“

„REPROVINZIALISIERUNG“ IM GANG

Im Rahmen eines Dialoggesprächs betonte voestalpine-CEO und IV OÖ-Vizepräsident Dr. Wolfgang Eder, dass Amerika langfristig stabile Rahmenbedingungen garantiert, während Europa zunehmend unkalkulierbar werde und im Vergleich höhere Kosten aufweise.
„Gleichzeitig nehmen die Problembereiche in Österreich immer mehr zu“, so Eder: „Es ist fraglich, ob mit ein paar Detailmaßnahmen das System wieder gesunden kann.“ Beispielhaft erwähnte er die zunehmende Arbeitslosigkeit ohne sichtbare Gegenmaßnahmen: „Österreich war vor 3 Jahren noch die Nummer eins in Europa und ist inzwischen auf Rang neun abgestürzt.“ Weiters bereiten Eder die zunehmende Verschuldung trotz Nullzins-Politik und Presseinformation die evident werdenden Probleme im österreichischen Bildungssystem Sorge. Insgesamt seien in Österreich große Anstrengungen in Richtung Reprovinzialisierung des Landes im
Laufen, auch die Sozialpartnerschaft habe in Österreich vom Nachkriegsmodus nicht in den Zukunftsmodus umgeschaltet.

Hauptthema der Bundestagung waren das Thema „Auf_Bruch“ und damit die Veränderungen, die durch die Digitalisierung auf Industrie und Arbeitswelt zukommen. In diesem Zusammenhang betonte IV OÖ-Ehrenpräsident Dipl.-Ing. Klaus Pöttinger, dass sich „alles aber auch nichts ändert, weil am Ende immer wieder die Menschen entscheiden. Der unternehmerische Erfolg wird immer von den Menschen abhängen – Vertrauen ist eben nicht digitalisierbar!“

Ein TV-Beitrag zur JI-Bundestagung ist hier verfügbar: https://www.lt1.at/programm/18-10-2016/episode/digitalisierung-mehr-schaden-als-nutzen