Veranstaltung JI-Oberösterreich

13.02.2016

Marsch an die europäische Spitze: Junge Industrie OÖ diskutierte mit LH Pühringer die wichtigsten Stellschrauben

Interessante Einblicke, klare Ansagen und ein deutliches Bekenntnis zum Industriestandort lieferte LH Pühringer in einer Diskussion mit der Jungen Industrie ab – Weniger Regulierung, mehr Technik an den Hochschulen und mehr Forschungsförderung sowie neue Ansätze im Bildungsbereich können Oberösterreich unter die Spitzenregionen Europas bringen – JI OÖ-Vorsitzender Haidlmair: „Das Land muss für High-Potentials attraktiver werden“

JI OÖ-Vorsitzender Mario Haidlmair und LH Josef Pühringer

„Deregulierung ist das Gebot der Stunde“, erklärte Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer vor Mitgliedern und Vorstand der Jungen Industrie Oberösterreich (JI OÖ) und räumte ein, dass bei Gesetzen, Normen und Richtlinien in den letzten 15 Jahren zu viel des Guten getan wurde: „So manchen unternehmerisch tätigen Menschen geht die Motivation verloren.“ JI OÖ-Vorsitzender Mag. Mario Haidlmair ergänzte, dass die sinkende Attraktivität des Standortes Österreich dazu führt, dass viele junge Leistungsträger das Land verlassen.

Insgesamt gehe es darum, Oberösterreich vom Mittelfeld der europäischen Industrieregionen wieder an die Spitze zu bringen. „Nur dort ist unser Platz! Mit dem Mittelmaß können wir uns nicht zufrieden geben“, meinte Pühringer, der mit der Anhebung der Forschungsquote auf vier Prozent bis zum Jahr 2020, dem Ausbau der technischen Hochschulausbildung, der Weiterentwicklung der Infrastruktur wie der flächendeckenden Breitbandversorgung oder einem stärkeren Fokus auf die Qualifizierung junger Menschen weitere konkrete Schritte zur Steigerung der Standort-Attraktivität ankündigte. Gleichzeitig sprach sich der Landeshauptmann entschieden gegen die Einführung von Vermögenssubstanzsteuern aus. „Diese Art der Vermögensbesteuerung wird es mit uns nicht geben“, betonte er vor den JI OÖ-Mitgliedern. Eindeutig war auch seine Position zum österreichischen Pensionssystem, es führe kein Weg an einer Anhebung des faktischen Pensionsantrittsalters vorbei.
 

Verbesserungen im Bildungsbereich

Verbesserungen müsse es hingegen im gesamten, vielfach in der Kritik stehenden Bildungsbereich geben, erläuterte Pühringer. Nach Etablierung der Medizinfakultät habe jetzt der Ausbau der Technik an der JKU klare Priorität. Bei den Fachhochschulen müssen neue und zusätzliche Lehrgänge eingerichtet werden. Konkret gehe es darum, bei der aktuellen Vergabe von 320 neuen FH-Studienplätzen durch Wissenschaftsminister Mitterlehner die priorisierten Studiengänge nach Oberösterreich zu holen. Im Sekundarbereich würde es mit der „modularen Oberstufe“ früher oder später zu einem Paradigmenwechsel kommen, der zu einer stärkeren Förderung der individuellen Neigungen der Schüler führe. „Es ist eine Tatsache, dass die Schüler in den Oberstufen 80 Prozent ihrer Zeit Gegenständen widmen müssen, in denen sie schwach sind“, zitierte Pühringer Erkenntnisse aus der Bildungsforschung: „Individuelle Fähigkeiten, Talente und Stärken bleiben damit auf der Strecke!“

In der Volksschule gehe es vor allem darum, die Grundschultechniken stärker als bisher zu forcieren. „Ob in der dritten Klasse Sachkunde unterrichtet werden sollte, sei dahingestellt. Lesen, schreiben und rechnen muss aber wirklich jedes Kind können“, betonte Landeshauptmann Pühringer, der sich auch klar für eine Beibehaltung der Langform des Gymnasiums aussprach. Aus Sicht der Jungen Industrie waren diese von LH Dr. Josef Pühringer präsentierten Ansätze durchaus erfreulich. „Unter dem Strich muss es gelingen, die Bildungsqualität in allen Bereichen weiter zu steigern und die High-Potentials im Land zu halten“, so der JI OÖ-Vorsitzende Mag. Mario Haidlmair abschließend.