Veranstaltung JI-Niederösterreich/Burgenland

24.11.2017

Industry.talk im AKW Zwentendorf: „Einheitliche Spielregeln wichtig“

Im Rahmen des Besuchs im AKW Zwentendorf diskutierte die JI mit EVN-Vorstandssprecher Stefan Szyszkowitz. Thema war neben der Energiewende auch das Bildungssystem.

Von der Energiewende spreche zwar aktuell fast jeder, „Wohin die Reise genau geht, können wir trotzdem nicht sagen. Unsicherheit gehört zum Unternehmertum dazu“, so EVN-Vorstandssprecher Szyszkowitz. Eine erfolgreiche Energiewende sei, wenn überhaupt, nur im Rahmen einer europäischen Kooperation möglich. Intelligente Systeme könnten hier etwa die Netzführung revolutionieren. „Notwendig sei aber auch eine verbesserte Koordination der Energiepolitik der EU-Mitgliedsstaaten.“

Innerhalb Europas müsse sich gerade Österreich jedenfalls an den Besten orientieren, wie der Vorstandssprecher ausführte: „Im wirtschaftlichen Wettbewerb müssen wir uns mehr mit Ländern wie der Schweiz messen und weniger mit Ländern wie Portugal.“ Dies müsse auch im Bildungsbereich gelten, so Szyszkowitz, der selber das IV-Traineeprogramm absolviert hatte: „Das war eine sehr große Chance.“ Junge Menschen hätten heutzutage aber ohnehin mehr Möglichkeiten zur Orientierung, etwa durch Auslandssemester. Der Weitblick den man durch solche Erfahrungen bekomme, sei extrem wichtig.

Führung durch das sicherste AKW der Welt
Im Vorfeld des Talks besichtigten die rund 40 Mitglieder der JI-Niederösterreich/Burgenland & Wien das Kernkraftwerk Zwentendorf. Knapp 30.000 Stimmen waren es, die bei der Volksabstimmung im Jahr 1978 die Inbetriebnahme des AKW verhinderten. Vom Baubeginn im Jahr 1972 bis zum Ende des „Konservierungsbetriebs“ im Jahr 1985 hatte das Atomkraftwerk den österreichischen Staat rund eine Milliarde Euro gekostet. Heute betreibt die EVN in Zwentendorf eine große Photovoltaik-Anlage und ein internationales Trainingszentrum für Kerntechniker. Außerdem ist der historische Standort mittlerweile eine angesagte Event- und Film-Location. An der Führung teilgenommen haben auch jugendliche Flüchtlinge vom Verein START-Österreich, die am Refugee-Mentoring-Programm der JI NÖ/Bgld mitwirken sowie auch Mitglieder der KMU-Gruppen Niederösterreich und Wien.