Veranstaltung JI-Kärnten

25.08.2015

Von der Bauspenglerei zum High-Tech-Betrieb

Junge Industrie besichtigt am Standort Möllbrücke von Ortner Reinraumtechnik einen Isolator mit Robotertechnik zur Pulverabfüllung für die Pharmaindustrie.  

Ortner Reinraumtechnik ist ein Unternehmen, das sich in den 30 Jahren seines Bestehens immer wieder quasi neu erfunden hat. Im Anfang war es ein kleines Lüftungsunternehmen mit einem selbst umgebauten Minibus als Büro. Dann stieg man auf Anregung von Siemens in den Bau von Reinräumen ein, war lange Zeit der einzige Anbieter in Österreich. Heute baut Ortner selbst entwickelte Apparate und Maschinen für Reinräume wie etwa den beim Betriebsbesuch der Jungen Industrie präsentierten Isolator mit Robotertechnik zur Pulverabfüllung im Pharmabereich, der gut eine Mio. Euro kostet.
Das Unternehmen hat mittlerweile an allen Standorten (Zentrale in Villach, Vertriebsstandorte in Deutschland, Wien und Zürich) 150 Mitarbeiter. 30 davon sind in Möllbrücke tätig, wo man in einer ehemaligen Bauspenglerei produziert. Der US-amerikanische Zweig ist mittlerweile verkauft, firmiert aber immer noch unter dem Namen „Ortner“.

Desinfektion aus dem Kürbis
Firmengründer und CEO Josef Ortner ist ein wacher Geist, hält stets Ausschau nach neuesten Entwicklungen. Man kooperiert regelmäßig mit Unis und Forschungsinstituten wie der TU Graz, dem CTR oder Fraunhofer. So experimentiert das Unternehmen im Augenblick mit neuen Desinfektionsmethoden. In Kooperation mit einer Bäckerei erprobt man Pyrazine, chemische Substanzen, die der steirische Kürbis nutzt, um sich vor dem Verfaulen zu schützen. In die Schutzhüllen von Backwaren eingebracht, können sie dort zu deutlich höherer Haltbarkeit führen, ohne die geschmacksbeeinträchtigenden Nebenwirkungen von traditionellen Mitteln wie Alkohol. Bei solchen Neuentwicklungen folgt Ortner stets seinem Motto: „erkennen – entwickeln – durchführen“.

Ortner sieht die Zukunft der Reinraumtechnik durchaus positiv. Immer mehr Branchen brauchen eigene Lösungen und das in höchst unterschiedlicher Qualität oder Reinheitsklasse, wie es Ortner im Fachjargon nennt. State of the Art ist heute ein Weizenkorn auf vier Fußballfeldern, beeindruckt er mit einem anschaulichen Vergleich dessen, was heute in der Elektronikindustrie gefordert wird. Unzählige Ideen und Entwicklungen von Ortner haben in die internationale Reinraumtechnik Einzug gehalten. Innovation ist im Unternehmen Programm.