Veranstaltung JI-Kärnten

17.12.2018

Plädoyer für den Zentralraum

Im intensiven Dialog mit der Jungen Industrie sah IV-Kärnten-Präsident Timo Springer Anfang Dezember keine Alternative zur Neupositionierung Kärntens als Technologieland mit starkem urbanen Zentrum.

IV Präsident Mag. Timo Springer und Mag. Paul Sommeregger

 

Die Charts, die der IV-Kärnten-Präsident im Seepark-Hotel präsentierte, sprachen für sich. Zunächst stellte er klar, dass die Industrie samt Dienstleistungen für 54 Prozent, Tourismus und Freizeitwirtschaft hingegen nur für 15 Prozent der Wirtschaftsleistung stehen. Aber Kärnten sei ein Abwanderungsland. Man müsse sich fragen, woher 2030 die Fachkräfte kommen sollen, wenn nur noch die Städte Klagenfurt und Villach eine aktive Wanderungsbilanz hätten.

Man könne den Megatrend der Urbanisierung nicht ignorieren, so Springer. Die erfolgreichsten Bundesländer Österreichs seien jene mit starken Hauptstädten. Da sei das Konzept der Eurocities zu verfolgen, die sich als Netzwerk von Städten mit mehr als 250.000 Einwohnern verstehen. Springer ist nicht der erste, der sich hier eine Landeshauptstadt Wörthersee wünscht, außerdem einen Uni-Campus von internationaler Dimension. Solche Einrichtungen mit Exzellenz funktionieren in den USA im Umfeld von kleineren Städten wunderbar. Er nennt Beispiele von Harvard bis Yale. Wenn man die jungen Talente zur Ausbildung ins Land bekomme, dann bestehe die Chance, dass sie auch zum Arbeiten bleiben. Gelinge das nicht, so Springer pointiert, dann werde der Landeshauptmann 2030 ein Minimundus regieren.

DAS Technologieland im Süden Österreichs

Springer sieht vier Schritte, um Kärnten zu DEM Technologieland im Süden Österreichs zu machen:

  • Als Basis das Benchmarking, den Vergleich mit den besten Regionen
  • Dann das neue Mindset mit der Stärkung des Zentralraums
  • Ein neues Standortmarketing, das Kärnten nicht nur als Tourismusland, sondern auch als Bildungs-, Arbeits- und Technologieland vermarkte. Dieses Thema habe erst die IV Kärnten auf die Agenda gebracht.
  • Schließlich eine neue smarte Verwaltung, die kürzeste Verfahren garantiere und sich effizienter organisiere.

Die anschließende Diskussion drehte sich immer wieder um die Job-Chancen in Kärnten. Springer wies auf die dicht mit Firmenlogos bedeckte Industrielandkarte des Landes: „Das ist einfach zu wenig bekannt“, meinte er.