Veranstaltung JI-Kärnten

17.10.2016

Kärntner Schleifpapier für den Weltmarkt

Besuch der Jungen Industrie im größten Werk der Hermes Schleifmittel Unternehmensgruppe

Im Oktober erhielten die Mitglieder im Rahmen einer Betriebsbesichtigung Gelegenheit, die größte Produktionsstätte des international tätigen Konzerns in Bad St. Leonhard kennen zu lernen. Die im deutschen Hamburg ansässige Gruppe produziert jährlich mit 1.100 Mitarbeitern 13 Millionen Quadratmeter Schleifmittel. Zwei Drittel davon kommen aus dem Kärntner Werk.

Am Standort Bad St. Leonhard sind 270 Mitarbeiter beschäftigt, wobei auch der Vertrieb für Südeuropa und den Nahen Osten von hier aus gesteuert wird. So findet Kärntner Schleifpapier seinen Weg bis in den Iran und andere durchaus exotische Destinationen. Die hohe Kunst der Schleifmittelherstellung liege laut Operating Manager und JI-Vorstandsmitglied Reinhard Pasterk in der Grundfertigung. Hier werden Schleifkörner auf unterschiedlichen Trägerstoffen aus Papier oder diversen Gewebemischungen in Verbindung mit Kleber aufbracht. Eines der Geheimnisse liege in der elektrostatischen Methode, wie die Körner gleichmäßig und perfekt ausgerichtet im Harzbett landen und dann vom Kleber teilweise umschlossen werden. Das mache die Qualität sogenannter Schleifmittel auf Unterlagen aus, fasst Pasterk zusammen. Im nächsten Prozessschritt, der Weiterverarbeitung, werden aus den 1,6 Meter breiten Schleifmittelbahnen beispielsweise Scheiben ausgestanzt, oder Schleifbänder unterschiedlichster Breiten und Längen konfektioniert. Die Mega-Schleifbahnen können sechs Meter breit sein und werden im Flugzeugbau eingesetzt. Besondere Kompetenzen weise die Firma beim Finishen von Edelstahloberflächen auf. Hier sei man laut dem Pasterk in weltmarktführender Position.

Für die Profis, nicht den Baumarkt
Hermes Produkte, egal ob auf Unterlage oder als Schleifkörper, sind für professionelle Anwender und nicht im „Do-It-Yourself“-Bereich gemacht. Extrem hohe Ansprüche der Industrie, gerade auch im Automotive-Sektor, erfordern immer bessere Standzeiten und Schleifresultate. Dadurch steigt auch der Anspruch an die  Schleifmittelhersteller, ständig Innovationen hervorzubringen und ganz nahe am Kunden Lösungen zu entwickeln. Bei Hermes hat man deshalb einen eigenen Unternehmenszweig geschaffen, der sich ausschließlich mit Beratung und Anwendertraining befasst. Hier können die Kunden lernen, wie man richtig schleift bzw. werden optimal abgestimmte Anwendungen von Schleifmitteln in Verbindung mit Schleifwerkzeugen und –maschinen mit dem Kunden gemeinsam entwickelt.