Veranstaltung JI-Kärnten

02.02.2015

Im Umfeld Vertrauen schaffen!

Kommunikationsberater Michael Slamanig empfiehlt beim Jour fixe der
JI kleine Schritte zu Kärntens Imagewandel.

Seit Jahren lebt und arbeitet der gebürtige Kärntner und studierte Jurist als Partner und Geschäftsführer in der Wiener Unternehmensberatungsfirma pantharei advisors, die u.a. auf Risikokommunikation spezialisiert ist. Der provokante Einstieg – „Kärntens Image ist schlecht“ – und Slamanig‘s Momentaufnahme der Ist-Situation nach „Haider, Hypo und HCB“ bestätigen den bei den Diskussionsteilnehmern vorherrschenden Eindruck und bekräftigen, dass gehandelt werden muss.
Slamanig beginnt mit den demografischen Fakten: Kärnten überaltert sukzessive. 2050 werden 40 Prozent der Landesbürger über 60 Jahre alt sein. Dann zieht er Vergleiche: Das gute Zusammenspiel von Industrie und Tourismus in Bundesländern wie Tirol oder Salzburg könnte auch für Kärnten Vorbild sein. Ebenso die Reformpartnerschaft beim Nachbarn Steiermark, wo man die Verwaltungsreform fundamental in Angriff nimmt.

Vertrauen aufbauen
Slamanig sieht aber auch – John F. Kennedy zitierend – jeden einzelnen gefordert, etwas für sein Land zu tun. Auch die Unternehmen können und sollen in ihrem direkten Umfeld Vertrauen schaffen und dadurch Multiplikatoren als Botschafter motivieren. Slamanig vergleicht das mit dem ins Wasser geworfenen Stein, der immer weitere Kreise zieht. Die Betriebe sollen Partner ihrer direkten Umgebung sein. Mitarbeiter und Anrainer sind die besten Fürsprecher, wenn sie mit Stolz und Selbstvertrauen anderen darüber berichten.

Traditionelle Medien sind „out“
Ob es das Image oder die Darstellung eigener Leistungen betrifft, man ist besser beraten, in der Beziehung mit der Öffentlichkeit nicht zu sehr auf die klassischen Medien zu setzen, meint Slamanig. Denn wir alle seien potenzielle Kommunikatoren und ständig umgeben von anderen, die unsere Botschaft verbreiten können. Er bezeichnet es als ein mühsames Puzzlespiel, doch diese Herausforderung müsse man als Chance annehmen. Vom Reden müsse man jetzt ins Tun kommen. Die Junge Industrie solle mit Nachdruck Aktion einfordern. Nur engagierte Menschen, entscheidungswillige Politiker und eine zielstrebige Jugend werden Schritt für Schritt den Turnaround schaffen, so Slamanig.
Am Schluss bleibt das Paradoxon stehen: Kärntens Image ist zwar schlecht, die Kärntnerinnen und Kärntner selbst sind in Österreich aber sehr beliebt. „Wir müssen bloß aufpassen, dass sich das Ansehen unseres Bundeslandes nicht auf seine Einwohner überträgt“, schließt Slamanig.