Veranstaltung JI-Kärnten

21.06.2018

Fit für den Change-Prozess

Parade-Holzindustrieller Christoph Kulterer studiert nach Ende der Präsidentschaft in der IV Kärnten noch einmal strategisches Management an der London Business School. Danach will er seinem rasant gewachsenen Unternehmen neue Führungsstrukturen geben.

(v.l..n.r): Paul Sommeregger, Christoph Kulterer, Daniela Stein

In der Veranstaltungsserie „erfolgreiche Kärntner Manager erzählen…“ war Ende Juni Unternehmer Christoph Kulterer Gast der Jungen Industrie Kärnten. Er ist Eigentümer und CEO der Hasslacher Norica Timber Gruppe, einem österreichweit führenden und global agierenden Unternehmen der Holzindustrie. Die Veranstaltung fand erstmals in Kooperation mit dem Mentoring-Programm „New Generation Carinthia Mentoring“ des Business Frauen Center aus Klagenfurt statt. Vielen ist Christoph Kulterer als Präsident der Industriellenvereinigung Kärnten bestens bekannt. Über sechs Jahre führte er die Interessenvertretung. Erst kürzlich übergab er das Amt nach zwei vollen Perioden an Timo Springer. Paul Sommeregger und seine Junge Industrie nahmen auch das zum Anlass, Kulterer zum Gespräch zu bitten und sozusagen einen Blick zurück auf sein bisheriges unternehmerisches Lebenswerk und seine ehrenamtlichen Funktionen zu werfen.

Vom kleinen Sägewerk zum Großunternehmen

In seiner bekannt lockeren und umgänglichen Art berichtete Kulterer über seinen Werdegang: seinen Weg nach Wien zum Studium, den Ruf zurück ins Familienunternehmen, den er so eigentlich gar nicht geplant hatte, die Übernahme des Geschäfts nach einem verheerenden Brand im Sägewerk Ende der 90er Jahre. Er brach sein Wirtschaftsstudium im zweiten Abschnitt ab und übernahm erste Aufgaben im Betrieb. 2002 war er bereits Geschäftsführer und 2007 Eigentümer der mittlerweile durch sprunghafte Wachstumsschritte stattlich angewachsenen Firmengruppe. Sehr geholfen habe ihm, dass sich sein Vater nach der Übergabe des Unternehmens nicht mehr aktiv eingemischt, ihn allerdings bei größeren Entscheidungen immer auch unterstützt habe. Für Familienunternehmen nicht immer üblich: Christoph Kulterer durfte dem Unternehmen seinen Stempel aufdrücken.

Wie er führe, wird er von einem Zuhörer gefragt? Er lege es sehr partizipativ an, binde die Menschen im Unternehmen ein. Vieles würde informell entschieden, oft außerhalb des Büros bei einem Plausch oder einem Getränk mit den Führungskräften und Kollegen. Doch da das Unternehmen mittlerweile auf mehr als 1.500 Mitarbeiter angewachsen ist, Produktionsstandorte in vier Ländern betreibt und den Umsatz innerhalb von 20 Jahren verzwanzigfacht hat, ist Kulterer bewusst, dass es für die nächsten Wachstumsschritte und den anstehenden Generationenwechsel in der Managementetage einen kompetent aufgesetzten und strukturiert begleiteten Change-Prozess brauchen werde. Eine eigene Management-Akademie zur Aus- und Weiterbildung habe man bereits mit der Fachhochschule Kärnten aufgebaut.

Denken in Generationen

Das Ende der IV-Kärnten-Präsidentschaft ist für Kulterer eine Zäsur. Einem lange gehegten Wunsch folgend will er jetzt auch das Unternehmen für ein Jahr in die Hände des Managements legen und sein Studium abschließen. Er habe sich gemeinsam mit seiner Familie entschlossen, nach London zu ziehen. Dort wird er an der London Business School den Master in Strategischem Management machen. Er werde seine Fähigkeiten weiterentwickeln und fit für den Change-Prozess im Unternehmen werden. Denn er denkt in Generationen. Seine Töchter sind zwar erst Teenager, doch er stellt jetzt die Weichen für ein für die Herausforderungen der Zukunft solide positioniertes Unternehmen.