Veranstaltung JI-Kärnten

26.02.2018

Demut der Führungskraft

Junge-Industrie-Veranstaltung „Manager erzählen...“: Reinhard Iro blickte zurück auf seine beachtliche Karriere als Jurist in der chemischen Industrie.

Reinhard Iro ist ein Manager mit großer Erfahrung. Auch im Umgang mit dem Scheitern. Er mahnt daher die jungen Führungskräfte zur Demut und Bescheidenheit und ist sich seines eigenen Karriereglücks bewusst. Dennoch gibt der ehemalige Vorstand der Treibacher Industrie AG klare Anleitungen, wie man als Konzernlenker mit Kollegen und Mitarbeitern umgehen sollte, um gemeinsam zum Erfolg zu kommen. Man müsse zuhören können und lernen von jenen, die im jeweiligen Fach kompetenter sind. Da musste er als Jurist in der chemischen Industrie anfangs viel Vertrauensvorschuss verteilen, wie er heute schmunzelnd resümiert.

In Sachen Personalentscheidungen verließ sich Iro immer wieder auf sein Bauchgefühl. Ein Patentrezept gebe es nicht, so sei niemand vor Fehlentscheidungen gefeit. Allerdings empfiehlt der ehemalige Industriekapitän, rasch die Konsequenzen zu ziehen, wenn sich Fehler abzeichnen würden. Da müsse man sich schon auch mal von Personal trennen können, wenn es einfach nicht funktionieren will, so Iro. Der Kärntner Ausnahmemanager war maßgeblich daran beteiligt, dass der Standort in Treibach-Althofen eigenständig blieb.
In seiner überaus launigen Art gab Iro seinen Zuhörern aus der Jungen Industrie Ende Feber einen Überblick über seine wichtigsten Lebensstationen. Nach dem Gymnasium in Wien versuchte er es zunächst mit einem Studium der Chemie, ehe er in die Rechtswissenschaften wechselte und dort auch eine Zeitlang als Assistent tätig war. Es folgte eine Stelle als Lektor an der Pariser Sorbonne. Danach zog es Iro in die Wirtschaft, wo er zuerst Vorstandsassistent für Rechtsangelegenheiten in der Creditanstalt wurde, um Anfang der 1990er Jahre als drittes Mitglied in den Vorstand der Treibacher Chemischen Werke zu wechseln. Sie waren damals im Besitz der Wienerberger Baustoffindustrie. Deren Generaldirektor Erhard Schaschl machte Iro schließlich 1994 zum Alleinvorstand.

Über 10 Jahre gestaltete er die Geschicke des Unternehmens. Eine Zeit der wirtschaftlichen Erfolge unter wechselnden Eigentümern und eine Zeit des kollegialen Führungsstils, wie Iro betont. Seine Nachfolge baute er schon Mitte der 2000er Jahre auf. Seit seinem Ausscheiden aus dem Vorstand ist Iro Konsulent und sitzt außerdem auch in den Aufsichtsräten diverser anderer Unternehmen.