Veranstaltung JI-Bund

07.09.2017

Junge Industrie: Eine unglaubliche Erfolgsgeschichte - Europa

JI-Vorsitzende Niss: Europa als Einheit sicherstellen – Gemeinsamer Fokus für bessere Entwicklung – Zukunftsthemen angehen, Lösungen umsetzen

Im Bild v. l.: Jan Krainer (SPÖ), Barbara Kappel (FPÖ), Angelika Mlinar (NEOS), Elisabeth Köstinger (ÖVP), Therese Niss (Junge Industrie), Moderator Gerhard Jelinek, Werner Kogler (Grüne) .

„Das Projekt „Europa“ ist eine Erfolgsgeschichte par excellence. Damit dies auch so bleibt, müssen wir jetzt den Mut haben, wichtige Probleme anzusprechen, Lösungen dafür zu identifizieren und die richtigen Handlungsmaßnahmen zu setzen. Ein kleines Land wie Österreich braucht die EU auch weiterhin wie einen Bissen Brot, denn alleine sind wir einfach zu unbedeutend“, so Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), bei der gestrigen Veranstaltung der Jungen Industrie „(K)eine Vision – die Zukunft Europas“. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Europaposition der Jungen Industrie vorgestellt.

JI-Vorsitzende Niss: „Mehr, aber vom Richtigen“

Die Junge Industrie spricht sich für eine starke und schlagkräftige Europäische Union aus. Die Mitgliedsstaaten müssen die EU vermehrt als eine Einheit betrachten, damit sie auf die großen Zukunftsfragen und aktuellen Probleme die richtigen Antworten findet. Die Außen- und Sicherheitspolitik sowie die zukünftige Gestaltung der Wirtschaftspolitik mit dem Ziel, Europas Wettbewerbsfähigkeit im globalen Kontext zu erhöhen, stehen dabei im Vordergrund.

Zusammenarbeit soll in jenen Bereichen gestärkt werden, wo dies sinnvoll ist – vom digitalen Binnenmarkt über die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungsunion oder der Koordinierung der Migrationspolitik. Es muss aber auch der Mut vorhanden sein, dafür in anderen Bereichen zu restrukturieren, wo die Zusammenarbeit ihre Intention verfehlt. „Wir brauchen mehr Europa, aber mehr vom Richtigen. Regularien, die nur zu mehr Bürokratie führen und keinen Mehrwert für die Bürger bringen, müssen nicht sein. Sinnvolle Entscheidungen auf europäischer Ebene bringen alle Mitgliedsstaaten weiter. Um Überregulierungen zu vermeiden, wäre es auch sinnvoll, vermehrt mit Verordnungen zu arbeiten - Verordnungen statt Richtlinien, um unnötige Bürokratie einzudämmen und den Bürgern und Unternehmen das Leben zu erleichtern“, so Niss.

Blühende Vision der Diskussionsteilnehmer

„Demokratie, Freiheit und Menschenwürde haben unser Land und Europa stark gemacht. Nun werden diese Werte massiv in Frage gestellt. Radikaler Nationalismus kehrt zurück. Die ökologische Krise spitzt sich zu. Viele Menschen sind auf der Flucht vor Krieg und Hunger. Aber damit es hier und auch anderswo besser wird, müssen wir uns jetzt entscheiden: gegen Umweltzerstörung und für soziale und ökologische Modernisierung unserer Wirtschaft. Für Investitionen in unsere Infrastruktur und in nachhaltige Zukunftsprojekte. Weil Europa Heimat und unsere Zukunft ist, werden wir es gegen Nationalismus und Terrorismus verteidigen“, stellte Werner Kogler, Europasprecher der Grünen, fest.

Auch Europaabgeordnete Angelika Mlinar von den Neos zeigt sich kämpferisch, wenn es um das Thema EU geht: "Wir haben die Aufgabe, die EU als Friedens- und Wohlstandsprojekt zu verteidigen und weiter zu entwickeln. Wir müssen uns für eine liberale, freie Gesellschaft einsetzen! Das ist nichts, was uns geschenkt werden wird."

"Die Kommission hat im Frühjahr das Weißbuch zur Zukunft Europas vorgestellt, welches Überlegungen und Szenarien für die Entwicklung der EU enthält. Ich bin zuversichtlich, dass auf Basis ausgewählter Szenarien dieses Weißbuchs eine nachhaltige Handlungsfähigkeit der Europäischen Union sichergestellt werden kann“, ist Barbara Kappel, Abgeordnete im Europaparlament der FPÖ, zuversichtlich.

ÖVP-Generalsekretärin Elisabeth Köstinger hält an der Idee des gemeinsamen Europas fest. „Die Europäische Union ist ein Friedensprojekt, das seit seiner Gründung nicht nur das friedliche Zusammenleben in Europa garantiert, sondern als Wirtschafts- und Handelsraum auch der Garant für unseren Wohlstand ist. Europa braucht aber wieder mehr Fokus: Die EU wirkt in den großen Herausforderungen oft zu schwach, in den kleinen Bereichen hingegen verzettelt sie sich in Bürokratie. Europa soll sich also weniger in nationale Angelegenheiten einmischen und dafür die großen Themen konsequent angehen: die Wirtschafts- und Währungsunion, ein europäischer Außengrenzschutz, der Kampf gegen Terrorismus, Umwelt- und Klimaschutz – all das sind wichtige Zukunftsfragen, die europäische Antworten einfordern“, so die ÖVP-Europaabgeordnete.

Der Nationalratsabgeordnete Jan Krainer (SPÖ) betonte die Wichtigkeit der EU, attestierte jedoch ein schlechtes Image. „Die EU wird auf Dauer nur dann Akzeptanz haben, wenn sie eine Union der Menschen ist und nicht nur eine der Konzerne und Banken. Sprich, wenn die Wirtschaftsgemeinschaft auch eine Sozialunion ist. Europa muss den Kampf gegen (Jugend-)Arbeitslosigkeit, für Wachstum und Investitionen ins Zentrum stellen. Und sie wird nur dann glaubwürdig, wenn sie sich konsequent gegen illegale und legale Formen der Steuervermeidung und Steuerhinterziehung stellt. 1.000 Milliarden Euro gehen den Mitgliedstaaten jährlich durch Steuerschlupflöcher verloren. Geld, das wir dringend für Investitionen brauchen, damit Europa wettbewerbsfähig bleibt!“