Thema JI-Tirol

23.05.2017

JI-INSIGHT: „Industrie 4.0-Themen am Beispiel Felder KG/Hall“

Die Felder Group zählt zu den weltweit führenden Anbietern von Holzbearbeitungsmaschinen für Handwerk, Gewerbe und Industrie. Es war daher naheliegend, dass die Junge Industrie einmal einen Blick hinter die Kulissen dieses Tiroler Paradeunternehmens wirft.

KR Ing. Martin Felder und sein Bruder Ing. Hansjörg Felder sowie ihre Kinder führten zunächst durch das Unternehmen, das mit rund 550 Mitarbeitern in Hall produziert. Die mehr als 200 Verkaufsstellen verteilen sich auf 72 Länder, in denen rund 150 verschiedene Modelle der Marken Hammer, Felder und Format-4 vertrieben werden.

Nach dem beeindruckenden Betriebsrundgang, bei dem wir unter anderem schon die nächste neue Erweiterungshalle (4.000 m2) zu sehen bekamen, folgte ein Unternehmergespräch mit Ing. Hansjörg Felder und KR Ing. Martin Felder, sowie seinem Sohn Patrick.

Dabei drehten sich viele Fragen um das Thema „Industrie 4.0“, das für Felder natürlich omnipräsent ist. Die gewachsenen Strukturen des 1961 gegründeten Familienunternehmens sind in Zeiten der Digitalisierung eine vielfältige Herausforderung. Der Druck von vor allem asiatischen Mitbewerbern hat Felder aber bereits vor Jahrzehnten mobilisiert. So sind Prozessoptimierungen in allen erdenklichen unternehmerischen Bereichen ein tägliches Betätigungsfeld. Da kann gut sein, dass eine Reduktion von 10 Sekunden im Fertigungstakt eine gewünschte Optimierung darstellt.

Das Geschwister-Duo hat die Zuständigkeitsbereiche aufgeteilt. Während Hansjörg sich um Marketing und F&E kümmert, zeichnet Martin für Produktion, Einkauf und Controlling verantwortlich. Im Rahmen des JI-INSIGHT-Gesprächs erfahren wir Näheres zur Produktion. Felder ist bekannt dafür, dass die Fertigungstiefe hoch ist und relativ wenige Komponenten zugekauft werden. Besonders am Herzen liegt Martin die Ausbildung von jungen Menschen. Felder nimmt pro Jahr vier Lehrlinge auf, womit in der modernst ausgestatteten Lehrwerkstätte insgesamt 20 Lehrlinge von zwei Lehrbeauftragen intensiv betreut werden. Alle Lehrlinge bekommen eine 100%-Übernahmegarantie, womit klar ist, warum Felder über eine eingeschworene Mannschaft verfügt. Neben seiner Aufgaben im Unternehmen engagiert er sich überdies in der Wirtschaftskammer bzw. beim Wifi für Berufsorientierung und Attraktivierung der Lehre.

Als wir schließlich über die Märkte sprechen, in denen Felder verkauft, erfahren wir von Hansjörg, dass die persönlichen Kontakte zu den Abnehmern der Felder-Maschinen das Wichtigste sind. So wundert es nicht, dass er pro Jahr rund 700.000 Meilen im Flieger unterwegs ist.

Die ausführliche Diskussion setzte sich schließlich bei einem gemeinsamen Imbiss fort. Vielen DANK für die freundliche Aufnahme im Hause Felder.