Thema JI-Tirol

30.05.2018

JI-INSIGHT: „Ich weiß, was du nächsten Sommer kaufen wirst“

Wie künstliche Intelligenz verkaufen hilft!

Beim JI-INSIGHT der JI-Tirol haben David Lindner und Martin Pichl dem Publikum gezeigt, was ein mittelständischer Handwerksbetrieb mit 35 Mitarbeitern für Medaillen und Münzen mit künstlicher Intelligenz zu tun hat.

David und Martin beim Chatten mit "Karl"

Bei Pichl Medaillen ist der Einsatz künstlicher Intelligenz bereits Alltag. Die automatische Ansprache per E-Mail zum richtigen Zeitpunkt mit dem richtigen Produktvorschlag führt heute ein digitales Assistenzsystem namens „Karl“ durch. Zudem trifft es Entscheidungen, welche Kunden kontaktiert werden sollen. Das digitale Assistenzsystem lernt auf Basis vergangener Verkaufszahlen und leitet daraus Prognosen für die Zukunft ab, wann welches Produkt von welchem Kunden gekauft wird. In Abhängigkeit vom Auftragsvolumen wird entschieden, ob „Karl“ den Kunden direkt per Mail kontaktiert oder eine Anrufliste für die Mitarbeiter erstellt. Künftig wird es auch möglich sein, mit „Karl“ per Chat oder Sprache in Kontakt zu treten.

Höhere Trefferquote

Im Vergleich zum klassischen Newsletter führte die personalisierte Ansprache mit konkreten Produktvorschlägen zu einer 9-fachen Erhöhung der Erfolgsrate beim Verkauf. Auf Grund der höheren Trefferquote konnten sowohl die Kunden- als auch die Mitarbeiterzufriedenheit gesteigert werden. Positive Rückmeldungen von Kunden zu passgenauen Angeboten motivieren Mitarbeiter Hand in Hand mit künstlicher Intelligenz zu arbeiten. Der Aufbau des nötigen Vertrauens zum digitalen Assistenten war eine der größten Herausforderungen bei der Implementierung von „Karl“. Inzwischen ist die anfängliche Skepsis der Mitarbeiter gewichen und die Arbeitserleichterung wird positiv wahrgenommen. Kreativität und Ideengenerierung sind nach wie vor den Mitarbeitern vorbehalten.

Zukunft bei Pichl

Eine besondere Herausforderung bei Pichl Medaillen sind die geringen Losgrößen bei der Automatisierung in der Produktion. Um weiterhin erfolgreich am Standort in Tirol produzieren zu können, werden Werkzeuge und Produkte mittles 3D Scan digital erfasst. Dies soll künftig ermöglichen, neue Produktionsverfahren aus dem Bereich der additiven Fertigung zeitnah und flexibel zu testen.

 

Zur Person

Martin Pichl ist seit 2012 in der 7. Generation im Familienunternehmen Pichl Medaillen GmbH als Gesellschafter und Prokurist tätig. Dort beschäftigt er sich mit Anwendung von maschinellem Lernen für Marketingautomatisierung und Predictive Modelling.

Seit 2014 ist er Universitätsassistent an der Universität Innsbruck, Forschungsgruppe Datenbanken und Informationssysteme und betreibt Forschung im Bereich Data Science.