Thema JI-Niederösterreich/Burgenland

15.01.2018

Junge Industrie NÖ/Bgld vergibt Gründerstipendien und fordert Gründerjahr

Drei Stipendien in der Höhe von je 1.500 Euro gehen an Schüler- und Absolventen Teams von HTLs. JI NÖ/Bgld-Vorsitzender Unger: „Um innovative Ideen, die während der Schulzeit entstehen weiter zu fördern, bräuchten die Jugendlichen eigentlich ein freiwilliges Gründerjahr.“

Alle Gewinner-Teams der Gründerstipendien mit dem JI NÖ/Bgld-Vorsitzendem Matthias Unger (rechts außen) und dessen Stellvertreter Jakob Erber (3. v. l., hinten).

„Wenn junge Menschen innovative Geschäftsideen haben, ist es wichtig, diese auch zu fördern. Schließlich könnte es sich um genau jene Ideen handeln, aus denen in Zukunft erfolgreiche Unternehmen und neue Arbeitsplätze entstehen“, so Matthias Unger, Vorsitzender der Jungen Industrie (JI) Niederösterreich/Burgenland.

Um den Unternehmergeist möglichst früh zu fördern, schlägt die Junge Industrie NÖ/Bgld daher ein sogenanntes „freiwilliges Gründerjahr“ als weitere Option neben dem Zivil- und Präsenzdienst vor. „Schließlich werden während der Schulzeit, etwa bei Projekt- und Abschlussarbeiten auch Ideen geboren, die mit der richtigen Unterstützung aufgehen können. Während des Gründerjahrs könnten Jugendliche direkt nach der Matura an ihren Projekten weiterarbeiten“, erklärt Unger.

Konkrete Konzepte zur Finanzierung und Anrechenbarkeit müssen noch ausgearbeitet werden, langfristig könnte sich das Fördern sorgfältig ausgewählter Geschäftsideen jedenfalls lohnen: „Immerhin sammeln die Jugendlichen wertvolle Erfahrungen, die sie später in ihrem künftigen Erwerbsleben und auch gesamtgesellschaftlich sinnvoll einbringen können“, so Unger.  

Gründerstipendien zeigen unternehmerisches Potenzial in jungen Jahren auf

„Uns ist bewusst, dass das geforderte Gründerjahr realpolitisch nicht von heute auf morgen und nur mit gut durchdachten Konzepten umsetzbar ist. Fürs erste soll es ein Denkanstoß sein, dass auch jugendliches Unternehmertum förderwürdig sein kann“, so Jakob Erber, stv. Vorsitzender der Jungen Industrie NÖ/Bgld. Wie innovativ die Jugendlichen tatsächlich sind, zeigen die Einreichungen für die Gründerstipendien, welche die Junge Industrie NÖ/Bgld, erstmals ausgeschrieben hat. „Mit dieser Initiative wollen wir auf das Potenzial in unseren HTLs hinweisen und unsere Forderungen untermauern“, erklärt Erber.

Drei Geschäftsideen, die auf HTL-Know-How basieren

Ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft will etwa das Projekt „Sortier-Ohmmat“ setzen. Veronika Lang aus Obersdorf (Bezirk Mistelbach) hat mit ihren Schulkollegen aus der HTL Wien-Rennweg eine Widerstands-Sortiermaschine entworfen, die Materialvergeudung verhindern und Arbeitszeit beim Sortieren verwendeter Widerstands-Komponenten sparen soll. Der entworfene Prototyp kann mit einer App gesteuert werden. Das Stipendium soll nun für die Anschaffung von weiteren elektronischen Bauteilen verwendet werden. Zusätzlich erhält das Projektteam, das heuer im Maturajahr ist, von der Jungen Industrie NÖ/Bgld Unterstützung bei der Marktanalyse und beim Erstellen des Business-Plans.

Das Projekt „Underdog“ entstand in der HTL Mistelbach. Roman Weiß und Luca Gleischer haben bereits in der 4. Klasse mit Unterstützung des Lehrerteams ein Fahrzeug entwickelt, das dank einer selbst gebauten Steuerung in einen Fuchs- oder Dachsbau fahren kann. Die auf dem Fahrzeug installierte Kamera soll ausspionieren, ob der Bau bewohnt ist. Damit kann verhindert werden, dass Jagdhunde von Wildtieren verletzt werden. Sämtliche Bauteile hat das Schülerteam mit dem 3D-Drucker der HTL Mistelbach produziert oder mit einer CNC-Maschine selbst gefräst. Das Stipendium möchten die beiden Schüler unter anderem für 3D-Druck Filamente und weitere Elektronik-Bauteile verwenden. Zusätzlich erhalten sie von der Jungen Industrie NÖ/Bgld Unterstützung bei der technischen Weiterentwicklung des Prototyps.

Das dritte Gründerstipendium geht an eine Software-Lösung namens AvoCard, deren Geschäftsmodell schon weit ausgereift ist. Entstanden ist die Idee zu dieser „E-Card für Privatpatienten“ kurz nach der Schulzeit an der Wirtschaftsuniversität. Mittels eines digitalen Abrechnungssystems soll es künftig möglich sein, dass Honorarnoten von Privatärzten automatisch bei der Zusatzversicherung eingereicht werden und das Geld somit nicht verloren geht. Gründerin Sabine Walch widmet sich mittlerweile hauptberuflich der Weiterentwicklung des Geschäftsmodells und Martin Wagner (Rechnitz, Bezirk Oberwart) trägt bereits jetzt zum Thema Entrepreneurship an der HTL Pinkafeld vor. Das Stipendium will das insgesamt vierköpfige Team unter anderem für den Markenschutz und Produktentwicklung verwenden. Zudem ist das Start-Up auf der Suche nach Anwendungsfällen für ähnliche Abrechnungssysteme in der Industrie.

Finanziert werden die einmaligen Stipendien aus Mitteln, die direkt aus Industriebetrieben in Niederösterreich und dem Burgenland kommen, allen voran durch Sponsorings der Unger Steel Group (Oberwart, Bgld), der Erber Group (Getzersdorf, Bezirk St. Pölten-Land) und der Firma Wüsterstrom (Ybbs/Donau, Bezirk Melk). Neben der finanziellen Förderung umfasst das Stipendium ein Coaching durch Führungskräfte der Jungen Industrie NÖ/Bgld. Nach einem Jahr soll eine Evaluierung des Projekts erfolgen.

 

Über die Junge Industrie
Die Junge Industrie ist eine politisch unabhängige Interessenvertretung und Netzwerkeinrichtung von Nachwuchs-Führungskräften. Die Mitglieder sind vorwiegend Führungskräfte aus der Industrie bzw. dem industrienahen Dienstleistungsbereich im Alter von 18 bis 40 Jahren. Österreichweit zählt die Junge Industrie über 1.300 Mitglieder, in Niederösterreich und dem Burgenland rund 140. Weitere Informationen: www.jungeindustrie.at