Thema JI-Niederösterreich/Burgenland

03.10.2018

JI NÖ/Bgld-Vorsitzender Matthias Unger: „Wollen Grenzen aufzeigen, die es noch zu überwinden gibt“

Matthias Unger, Vorstandsvorsitzender der Jungen Industrie (JI) Niederösterreich/Burgenland, über sein Engagement in der JI und den aktuellen Schwerpunkt „grenzen-los!“

Du bist seit 2013 Vorstandsvorsitzender der Jungen Industrie Niederösterreich/Burgenland, hauptberuflich führst du die Unger Steel Group mit weltweit rund 1.200 Beschäftigten. Wie schaffst du den Spagat zwischen beiden Funktionen?

Die Junge Industrie NÖ/Bgld verfügt über ein achtköpfiges Vorstandsteam und rund 140 Mitglieder. Gemeinsam und mit der Vereinsgeschäftsführung können wir schon einiges umsetzen. Außerdem ist die Junge Industrie eine nette Abwechslung zum Tagesgeschäft in der Baubranche und macht viel Spaß.

 

Für 2018/2019 hat sich die JI NÖ/B den inhaltlichen Schwerpunkt „grenzen-los!“ gesetzt. Was kann man sich darunter vorstellen?

Wir haben diesen Schwerpunkt unter anderem deshalb gewählt, weil demnächst viele Jubiläen anstehen: Etwa 30 Jahre Fall des Eisernen Vorhang oder 15 Jahre EU-Osterweiterung. Das waren Ereignisse, unseren Industriestandort massiv beeinflusst haben. Und für welche Regionen passt der Schwerpunkt besser als für Niederösterreich und Burgenland? Wir wollen aus der Sicht unserer Generation aufzeigen, welche Grenzen es für den Industriestandort leider immer noch zu überwinden gibt.

 

Das klingt nach einem sehr breiten Thema. Wie kann man sich das vorstellen?

Der Schwerpunkt „grenzen-los!“ soll ja auch bis Ende 2019 laufen und lässt sich anhand vieler Aspekte – etwa Arbeitsmarkt, Infrastruktur oder Handelsbeziehungen – beleuchten. Wir können damit auf regionaler Ebene an EU-Themen anknüpfen, was auch im Zusammenhang mit der EU-Wahl interessant ist. Anfang September gab es ein Kick-Off, zu dem wir die Mitglieder eingeladen hatten, ihre Ideen dazu mit uns zu diskutieren.

 

Und was sind die ersten Aktivitäten, die geplant sind?

Wir werden versuchen, bei den Kamingesprächen, Betriebsbesichtigungen und Diskussionsveranstaltungen das Thema mitzunehmen, es soll sich möglichst wie ein roter Faden durchziehen. So fand kürzlich ein Kamingespräch mit Landesrat Hans Peter Doskozil statt, bei dem wir viel über die Infrastruktur und den Fachkräftemangel in den Grenzregionen im Burgenland diskutiert haben. Für 2019 ist auch wieder eine Studienreise geplant. Nachdem wir in den letzten Jahren schon in Tschechien und der Slowakei waren, ist dieses Mal Ungarn angedacht. Rund um die EU-Wahl soll es auch wieder Veranstaltungen geben. Hier ist uns der Austausch mit Vertretern aus Politik als auch Wirtschaft sehr wichtig.

 

Gibt es abseits des Schwerpunkts noch weitere Aktivitäten?

Wir bieten den Mitgliedern auch Weiterbildungen und Social Events. Zudem haben wir ein Flüchtlings-Mentoring-Programm auf die Beine gestellt. Jugendlichen Flüchtlinge erhalten dabei Hilfe und Ratschläge und für die Mentoren aus der JI ist es eine wertvolle Horizonterweiterung.

 

Wie kommt die Junge Industrie eigentlich zu ihren Mitgliedern?

Um aufgenommen zu werden, muss man sich beim Vorstand bewerben. Der Verein richtet sich an Führungskräfte, Gesellschafter, Gründer und Nachfolger im Familienunternehmen im Alter von 18 bis 40 Jahren. Wichtig ist der Bezug zu einem Industrieunternehmen oder industrienahmen Dienstleister. In den Vorstandssitzungen wird dann über die Aufnahme abgestimmt.

 

 

Über Matthias Unger  

Matthias Unger (36) absolvierte mehrere Bildungs- und Berufsstationen im Ausland, u.a. bei Magna in Toronto, bevor er 2008 in der familieneigenen Unger Steel Group in Oberwart als Head of Sales and Business Development einstieg. 2015 übernahm er die Geschäftsführung der zweiten Produktionsstätte in Sharjah/Dubai, 2017 dann die Geschäftsführung der Unger Stahlbau Ges.m.b.H. Er ist vor allem für den Bereich der Projektentwicklung zuständig.

 

 

Weitere Infos: www.jungeindustrie.at