Thema JI-Bund

27.10.2017

Wimmer zu KV-Verhandlungen: „Bitte beendet dieses Kasperltheater“

JI-Bundesvorsitzender: Reine Inszenierung zu Lasten von Standort und Arbeitnehmern – Zu hohe Lohnabschlüsse wären Schuss ins eigene Knie

JI-Bundesvorsitzender Andreas Wimmer (Copyright: Foto Franz Neumayr/Susi Berger)

„Bitte beendet dieses unsägliche Kasperltheater – eine gut funktionierende Sozialpartnerschaft ist sehr wichtig, aber so kann das wirklich nicht funktionieren. Die KV-Verhandlungen sind doch nichts Anderes mehr als die Bühne zur Selbstinszenierung der Gewerkschaftsbosse – um die Arbeitsplätze geht es hier offenbar nicht in erster Linie“, so der Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Andreas Wimmer. „Das beste Zeichen dafür ist das ständige Ventilieren von immer neuen Forderungen und Beschimpfungen über die Medien. Partnerschaftliche Verhandlungen würden bedeuten, dass man hinter verschlossenen Türen redet, ein Ergebnis erzielt und diese gemeinsam nach außen trägt. Was wir aber erleben ist nur das Hecheln nach Medienpräsenz einzelner Funktionäre – und das zu Lasten ihrer eigenen Klientel.“

Er sei ein Freund der Sozialpartnerschaft, immerhin habe diese nach dem zweiten Weltkrieg mitgeholfen, Österreich zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort zu machen, so Wimmer: „Aber die Art und Weise, wie die Gewerkschaften hier agieren, untergräbt eben diese Partnerschaft. Manchen ist die Sitzordnung bei den Verhandlungsrunden inzwischen wichtiger als das Ergebnis! Auch die ständigen medialen Querschüsse untergraben jegliches Vertrauen“, wie Wimmer betonte. Abgesehen vom Stil der Verhandlungen seien aber zudem auch die oftmals „unrealistischen Forderungen der Gewerkschaftsfunktionäre“ ein Problem – und keineswegs im Interesse ihrer Mitglieder, so Wimmer: „Die Mitarbeiter vor Ort wissen im Gegensatz zu den Gewerkschaftsfunktionären in Wien genau: Auch Wachstum kostet Geld – man muss investieren, wenn man am internationalen Markt erfolgreich bleiben will. Wenn wir jede Konjunkturbelebung gleich in völlig absurde Lohnforderungen ummünzen, dann schießen wir uns ins eigene Knie und verspielen Wachstum und Jobs.“