Thema JI-Bund

14.08.2017

Tax Freedom Day: „Rien ne va plus“ bei Steuern und Abgaben

JI-Bund und JI-Wien: Keine neuen Belastungen, um Arbeitsplätze zu schaffen – Steuern- und Abgabenquoten auf europäischen Durschnitt senken – „Tax Freedom Day“ stetig früher erreichen.

Wien (PdI) Feiertagslaune in Europa – „Ferragosto“ in Italien und „Tax Freedom Day“ in Österreich. Ab 15. August arbeiten die Österreicher und Österreicherinnen nicht mehr ausschließlich für den Staat. Der „Tax Freedom Day“ ist jener Tag des Jahres, ab dem der durchschnittliche Steuerzahler seine jährlichen Steuern und Abgaben gezahlt hat. Ab diesem Tag kommt das verdiente Einkommen in den Haushalten an und die Abgaben des Jahres sind an den Staat abbezahlt.

JI-Vorsitzende Niss: „Zwangsenteignung im Namen der Umverteilung“

„Während die Menschen in anderen Staaten ihre jährliche Steuerlast bereits im Juni oder Juli abbezahlen, dauert das bei uns bis Mitte August“, so Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie anlässlich des „Tax Freedom Day“, der heuer am 15. August stattfindet. Im Vorjahr war der Steuerfrei-Tag am 21. August angesetzt – die leicht positive Entwicklung ist auf einen Einmaleffekt durch die Steuerreform zurückzuführen. „Das Ziel muss es sein, den Tag deutlich früher zu erreichen, und zwar durch eine massive Entbürokratisierung, durch die die Lohnnebenkosten gesenkt würden. Jahr um Jahr werden hart arbeitende Menschen durch den Staat zwangsenteignet, und dass dafür, dass der Staat immer neue Schulden macht“, so Niss.

Niss: „Schmerzgrenze für internationalen Wettbewerb längst überschritten“

In anderen Ländern findet der „Tax Freedom Day“ bereits im Juni oder Juli statt. „Auf dem Papier ist das Einkommen des durchschnittlichen österreichischen Arbeitnehmers vielleicht ganz gut, aber letztendlich bleibt ihm nur knapp die Hälfte des Kuchens“, so Niss. Unverständnis zeigt sie auch darüber, dass einerseits Arbeitsplätze geschaffen werden sollen, andererseits die Belastungen für Arbeitgeber ständig steigen. „Die Gesamtbelastung der österreichischen Unternehmen liegt mit rund 52 Prozent zehn Prozentpunkte über dem EU-Schnitt, die Schmerzgrenze für den internationalen Wettbewerb ist damit längst überschritten“, so Niss.

JI-Wien Vorsitzender Schmid-Schmidsfelden: „Steuerlast ist ein Signal für Leistungsfeindlichkeit“

Neben einer Entlastung bei den Lohnnebenkosten brauche es auch eine Senkung des Spitzensteuersatzes von 55 auf wieder 50 Prozent, wie Heinrich Schmid-Schmidsfelden, Vorsitzender der Jungen Industrie Wien, ergänzt. „In Österreich haben wir den vierthöchsten Spitzensteuersatz Europas. Das ist ein verheerendes Signal für Leistungsfeindlichkeit und außerdem ein großer Imageverlust für unseren Wirtschaftsstandort. Zudem schafft es unnötige Schwierigkeiten beim Rekrutieren und Behalten von Top-Spitzenkräften, wenn diese in anderen Ländern deutlich mehr Netto vom Brutto erhalten.“

 

Über die Junge Industrie

Die Junge Industrie ist die Interessenvertretung und Netzwerkeinrichtung der Jungunternehmer und jungen Führungskräfte der Industrie. Die Mitglieder sind vorwiegend Führungskräfte aus der Industrie bzw. dem industrienahen Dienstleistungsbereich im Alter von 18 bis 40 Jahren. Österreichweit zählt die Junge Industrie über 1.300 Mitglieder.