Thema JI-Bund

05.02.2018

Junge Industrie zu Pensionen: Nachhaltigkeit weiterhin Mangelware

JI-Vorsitzender Wimmer: Gesamtkosten des Pensionssystems bleiben überdurchschnittlich hoch – Kosten weiter eindämmen, auch im öffentlichen Bereich – Kostenanstieg folgt automatisch

So sehr „es immer erfreulich ist, wenn die Pensionskosten geringer ausfallen als befürchtet“, so der Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Andreas Wimmer, so „darf eine solche positive Entwicklung dennoch nicht dazu führen, im Bereich der Pensionskosten Entwarnung zu geben. Prinzipiell sind unsere Gesamtausgaben für das Pensionssystem einfach viel zu hoch. Von Nachhaltigkeit sind wir weit entfernt – und die demographische Entwicklung wird bekanntlich unweigerlich zu höheren Kosten in der nahen Zukunft führen.“ Vor allem seien Teile der nun „besseren“ Zahlen auch nicht unbedingt auf die konsequente Regierungsarbeit der vergangenen Jahre zurückzuführen: „Wirtschaft und Beschäftigung sind gut unterwegs – aber wohl eher trotz denn wegen der Arbeit der letzten Regierung. Bei einem so großen Budgetposten wie den Pensionen sollten und dürfen wir uns aber nicht auf eine immer rosige Konjunktur verlassen, die vergangenen zehn Jahre haben das deutlich gezeigt“, so Wimmer, der daher einmal mehr echte strukturelle Reformen im Pensionsbereich einforderte.

„Die neue Regierung hat manche Maßnahmen angekündigt, unserer Meinung nach wäre hier noch mehr möglich. Aber zumindest müssen nun rasch Schritte bei den Sonderpensionen sowie den Beamten gelingen. Hier sind die Kosten ja auch weiterhin im Steigen begriffen“, wie Wimmer ausführte. Wichtig sei bei den Pensionen eben nicht eine „einzelne Momentaufnahme, so schön diese sein mag“, so Wimmer, sondern vielmehr die Frage der Nachhaltigkeit und damit Generationengerechtigkeit: „Der automatische Jubel mancher in Österreich über die aktuellen Zahlen darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass Österreich im Bereich Nachhaltigkeit des Melbourne Mercer Global Pension Index 2017 (MMGPI) unter 30 ausgesuchten Ländern auf dem vorletzten Platz liegt. Alle internationalen Untersuchungen weisen immer auf die fehlende Generationengerechtigkeit in Österreich hin. Hier liegt die Wurzel des Problems, hier gilt es anzusetzen.“