Thema JI-Bund

06.04.2017

Junge Industrie: Kosten sparen leichtgemacht – Tipps für die WKO 4.0!

JI-Vorsitzende Niss: Bürokratie und Verwaltung reduzieren – Unternehmertum stärken und Betriebe entlasten – wirtschaftlich denken und dementsprechend handeln

„Grundsätzlich ist es positiv, dass der Wirtschaftskammer ihre veralteten Strukturen aufgefallen sind und sich der Bedarf einer Reform bewusstgemacht wurde. In typischer österreichischer Manier halten sich die Veränderungen jedoch in Grenzen und wie immer besteht die Gefahr, dass aus der Reform nur ein Reförmchen wird“, so Dr. Therese Niss, Bundesvorsitzende der Jungen Industrie anlässlich der bevorstehenden Reform der Wirtschaftskammer „WKO 4.0“.

Niss: „Kammer sollte sich an privaten Unternehmen orientieren“

„Dabei würden schon einige einfache Schritte reichen, um aus dem überdimensionierten Bürokratiekasten eine wirtschaftlich funktionierende Institution zu machen“, wie die JI-Bundesvorsitzende erklärt: Die Führung der WKÖ sollte sich demnach an der Führung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens orientieren: keine unnötigen Kosten, einfache Strukturen, um schnelle Entscheidungen zu ermöglichen oder Einsatz von neuen Technologien, um Handlungsschritte zu vereinfachen und effizienter zu gestalten.

„Aus diesem Grund möchten wir der Wirtschaftskammer ein paar Tipps mit auf den Weg geben – sozusagen von jungen Unternehmern zu institutionalisierten Verwaltern“, so Niss. Die Vorschläge der Jungen Industrie im Überblick

  • Die föderale Struktur der WKO soll nicht in Frage gestellt werden, da diese einen wichtigen Beitrag zur politischen Arbeit leistet und Kontakt zu den Mitgliedern hält. Jedoch sollte hinterfragt werden, ob nicht länderübergreifende Kompetenzzentren ein sinnvoller Schritt wären, um Verwaltungskosten einzusparen. In Unternehmen wäre es jedenfalls sehr unüblich, österreichweit zehn Buchhaltungsabteilungen zu installieren.
  • Neue Technologien und die raschen Entwicklungen in der IT ermöglichen zahlreiche Vereinfachungen in der Verwaltung. Was spricht dagegen, Vorreiter im Bereich Administration 4.0 zu werden?
  • Auch fachliche und thematische Kompetenzzentren sollten angedacht werden. Ein Expertenzentrum für Steuerpolitik, ein Expertenzentrum für Arbeitsrecht und ein Expertenzentrum für Bildung – in diesem Bereich könnte man Synergien aufgreifen und fachliche Expertise bündeln, um den Mitgliedern das beste Service zu garantieren.

„Um die Daseinsberechtigung der Wirtschaftskammer zu erhalten, empfehlen wir mit Mut ordentliche Reformen anzugehen. Niemand spricht die Notwendigkeit so mancher Serviceleistung ab, jedoch muss dies auch effizienter möglich sein“, so Niss abschließend.