JI.NÖ/Bgld

Zu Gast beim "Schwager": Studienreise der Jungen Industrie NÖ/Bgld nach Ungarn

Unter dem Schwerpunktthema „grenzen-los!“ begab sich die Junge Industrie Niederösterreich/Burgenland Ende April auf eine zweitägige Studienreise nach Györ und Budapest.

Die Mitglieder der Jungen Industrie NÖ/Bgld auf dem Dach der Central European University in Budapest, im Hintergrund das ungarische Parlament.

Fast täglich liest und hört man in heimischen Medien mittlerweile von der ungarischen Politik. Das und die Tatsache, dass sich die Junge Industrie Niederösterreich/Burgenland heuer dem Schwerpunkt „grenzen-los!“ verschrieben hat, war Anlass genug, sich vor Ort ein Bild von diesem Nachbarland zu machen.

Kettenbrücke

„Ungarns wirtschaftliche Erfolge finden leider nur sehr wenig Niederschlag in den österreichischen Medien. Dabei sind gerade an diesem Erfolg auch viele österreichische Unternehmen beteiligt“, erklärte Jürgen Schreder, Wirtschaftsdelegierter in Budapest, bei einem Termin im Außenwirtschaftszentrum. Auch das unternehmerfreundliche Umfeld – Stichwort KÖSt von neun Prozent – führe dazu, dass die ungarische Wirtschaft im Vorjahr ein Wachstum von 4,9 Prozent verzeichnete. Für Niederösterreich ist Ungarn der viertwichtigste Exportmarkt, im Burgenland rangiert das Nachbarland sogar auf Platz zwei bei den Exportmärkten.

Die JI NÖ/Bgld im Außenwirtschaftszentrum in Budapest, wo Gespräche mit der Botschafterin Elisabeth Ellison-Kramer und dem Wirtschaftsdelegierten Jürgen Schreder stattfanden.

Gesetze, die sich schnell ändern können

Getrübt werden die Geschäftschancen jedoch von den politischen Rahmenbedingungen: So gab die österreichische Botschafterin Elisabeth Ellison-Kramer im Gespräch mit der Jungen Industrie zu bedenken, dass sich Gesetze aufgrund der Zweidrittelmehrheit der Regierungspartei sehr schnell ändern können – auch, wenn es etwa um Unternehmensbesteuerung gehe. „Prinzipiell haben wir Österreicher aber einen guten Ruf in Ungarn. Man nennt uns hier sógor, also Schwager – wie jemanden, der vielleicht ein bisschen schräg ist, aber auch zur Familie gehört“, so die Botschafterin.

Die verbannte Universität

Durch Gesetzesänderungen behindert wurde auch die Central European University (CEU), eine von vom ungarisch-stämmigen Milliardär George Soros gegründete Privatuniversität, die ab Herbst nach Wien übersiedeln wird, weil ihr für den weiteren Betrieb in Budapest eine Genehmigung verwehrt wurde. Beim Besuch der CEU konnten die Mitglieder der Jungen Industrie NÖ/Bgld mit renommierten Professoren über diese Causa diskutieren, und erhielten auch eine kurze Führung durch das „InnovationsLab“ der CEU.

Mitglieder der Jungen Industrie beim Treffen mit Mitgliedern des ungarischen Jungunternehmerverbands FIVOSZ.

Austausch mit ungarischen Jungunternehmern

Eine ganz besondere Führung gab es auch gleich zu Beginn der Reise – und zwar im Audi-Werk in Györ, dem größten Motorenwerk weltweit, in dem rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind. Auch der Austausch mit ungarischen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmen kam nicht zu kurz: So stand ein Treffen mit Mitgliedern des ungarischen Jungunternehmerverbands FIVOSZ auf dem Programm. Bei einem Meet and Greet mit anschließendem Dinner wurden schon erste Ideen über die zukünftige Zusammenarbeit ausgetauscht. Weiteren „grenzenlosen“ Aktivitäten der Jungen Industrie NÖ/Bgld steht also nichts im Wege.

JI Nö/Bgld im Audi-Werk in Györ