JI.NÖ/Bgld

3. Talk Around The World: Einmal quer durch Afrika

Beim dritten „Talk Around The World“ unter der Moderation des JI-Bundesvorsitzenden Matthias Unger reiste die JI NÖ/Bgld nach Marokko und Südafrika.

2021-05-03 16_05_21-Zoom Meeting

Nach China, Indien, Kasachstan, Russland und der Ukraine stand beim „Talk Around The World“ in Kooperation mit der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA ein vergleichsweise unbekanntes Reiseziel auf dem Programm: Der afrikanische Kontinent. Dazu standen Eva-Maria Frei, WKÖ-Wirtschaftsdelegierte aus Casablanca und Martin Meischl, WKÖ-Wirtschaftsdelegierter aus Johannesburg, den Mitgliedern der Jungen Industrie im virtuellen Talk Rede und Antwort.

Als „wirtschaftliches Powerhouse“ des Kontinents und „Sprungbrett in andere afrikanische Märkte“ bezeichnete Martin Meischl, WKÖ-Wirtschaftsdelegierter in Johannesburg, den südafrikanischen Markt. Bereits jetzt gehe etwa ein Drittel aller österreichischen Exporte nach Afrika in dieses Land. Zu den wichtigsten Handelspartnern Südafrikas zählen allerdings China, gefolgt von Deutschland und den USA. „China hat einen unendlichen Hunger nach afrikanischen Rohstoffen“, erklärte der Wirtschaftsdelegierte. Besonders interessant für österreichische Unternehmen ist der Automotive Sektor – schließlich werden jährlich rund 600.000 Autos in Südafrika produziert, und als Ziel wurde ein Prozent (1,4 Millionen Kfz pro Jahr) der globalen Produktion bis 2035 ausgegeben. Auch im Bereich Green Tech und Bergbau sieht Martin Meischl gute Chancen für österreichische Unternehmen. Bei Geschäftsanbahnungen rät er, Sportevents als Small Talk-Thema zu wählen, denn: „Die Südafrikaner sind ein unglaublich sportbegeistertes Volk.“

Auch Marokko, von wo die WKÖ-Wirtschaftsdelegierte Eva-Maria Frei aus Casablanca zugeschaltet war, bietet sich als Drehscheibe nach Afrika und Übersee an. Mit Tanger Med liegt der wichtigste Containerhafen des Mittelmeers und größte Hafen Afrikas im Norden Marokkos. „Der marokkanische Wirtschaftsmotor brummt bereits wieder, die Konjunkturmotoren sind hier definitiv die Automotive- und die Phosphatindustrie wie auch der Lebensmittel- und Agrarsektor“, so Frei. Freihandelszonen mit Steueranreizen sind, vor allem auch für den Automotive-Sektor, für weitere Niederlassungen attraktiv. Bereits jetzt sind einige österreichische Unternehmen in Marokko tätig: Im Automotive-Sektor produziert beispielsweise die Vorarlberger Hirschmann Automotive GmbH seit Jahren sehr erfolgreich in Kenitra. Geschäftschancen gebe es jedenfalls genug: etwa im Bereich Prozessoptimierung, Anlagen- und Maschinenbau oder erneuerbare Energien.