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Endlich! – Der Tax Freedom Day ist da!

Pressekonferenz von Junger Industrie und Junger Wirtschaft Kärnten über den 5. August, jenen Tag bis zu dem wir heuer alle arbeiten müssen, nur um die Steuern und Abgaben zu bezahlen.

Paul Sommeregger, Marc Gfrerer

Bis zum 05.08.2109 haben die Österreicher und Österreicherinnen ausschließlich für den Staat gearbeitet. Das geht aus einer aktuellen Studie des Austrian Economics Centers hervor. Erst ab diesem Tag hat ein durchschnittlicher österreichischer Steuerzahler genug Geld verdient, um die jährlichen Steuern und Abgaben zu bezahlen. Dabei werden sämtliche Steuern und Sozialabgaben durch das Einkommen der Haushalte und Betriebe geteilt und dieser Prozentsatz dann auf das Jahr umgerechnet.

Ziel von Junger Wirtschaft und Junger Industrie ist es, diesen Tag in die erste Jahreshälfte zu verschieben, um eine Entlastung für Unternehmen, Staatsbürgerinnen und -bürger zu ermöglichen. Mittelfristig muss dieser Tag vor der Jahresmitte (30.06) liegen. Bei der schrittweisen Annäherung kann sich Österreich ein gutes Beispiel an den meisten anderen europäischen Ländern nehmen, in denen der Tax Freedom Day schon jetzt vor dem österreichischen erreicht ist.

Entlastung schafft Arbeitsplätze

Unternehmen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen entlastet werden! „Gerade den Jungunternehmern muss mehr vom Kuchen bleiben, damit Sie sich gesund entwickeln und erfolgreich sein können!“ so die beiden Vorsitzenden der Jungen Wirtschaft und der Jungen Industrie, Marc Gfrerer und Paul Sommeregger. Jede Entlastung unterstütze den Aufbau von Unternehmen, schaffe Arbeitsplätze, stärke damit den Wirtschaftsstandort und Wohlstand in Österreich.

Junge Industrie und Junge Wirtschaft sehen die Belastungen für die nächste Generation am Limit. Sommeregger und Gfrerer fordern daher mehr Transparenz, Effizienz und die Beseitigung von Doppelgleisigkeiten, um eine gerechtere Steuerstruktur zu schaffen. Beide sehen vor allem die Abgabenquote (Anteil von Steuern und Sozialabgaben an der Wirtschaftsleistung) als zentrales Problem. Sie war 2019 mit rund 42,6 Prozent die sechsthöchste in ganz Europa! Daher fordern die beiden eine deutliche Senkung der Quote.

Die Abgabenquote entscheidet über die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen und damit über den Wohlstand der kommenden Generationen“ so Gfrerer. Um den Tax Freedom Day auch symbolisch zu unterstreichen, wurden in den vergangenen Tagen zahlreiche Kuchen an die (Jung)Unternehmer und Ihre Mitarbeiter in Kärnten überreicht: jenes Stück, das derzeit noch der Staat für sich beansprucht und von dem die Unternehmer und vor allem Ihre Mitarbeiter etwas abhaben wollen.

Paul Sommeregger dazu:

„Uns Unternehmer kostet ein Mitarbeiter durchschnittlich 51.000 Euro pro Jahr. Das entspricht einem Bruttolohn von 39.100 (2790 Euro/Monat). Davon bleiben dem Mitarbeiter als Auszahlungsbetrag netto nur 27.200 Euro (1900 Euro/Monat + 2 x 2200 Euro für Urlaubs-und Weihnachtsgeld) übrig. Was diese Rechnung aber nicht berücksichtigt, sind die indirekten Steuern, wie u.a. Mehrwertsteuer, Normverbrauchsabgabe, Kapitalertragssteuer, Grundsteuer, Flugabgabe, uvm. Berücksichtigt man auch diese, bleiben meinem Mitarbeiter im Schnitt nur 19.300 Euro (1.380 Euro/Monat), bei Gesamtkosten von 51.000 Euro für das Unternehmen wohlgemerkt, was man auch als „nettonetto“ bezeichnen könnte. Ich denke der Staat holt sich hier wesentlich mehr als notwendig.“  

Statement Marc Gfrerer dazu:

„Es ist an der Zeit, dass der Staat ein Signal an die Wirtschaft sendet, indem er Bereitschaft zeigt, einen Schritt auf (Jung)Unternehmer zuzugehen. Mittelfristig sehe ich die Gefahr der Abwanderung durch Abwerbung in Länder, die Gründern ein attraktiveres Umfeld bieten, als noch wahrscheinlicher. In Österreich würde dann ein Mangel an Nachwuchskräften und Kreativen sowie innovativen Kleinunternehmen entstehen. Das würde auch für Großunternehmen neue Herausforderungen mit sich bringen, weil durch den Wegfall an inländischen Unternehmen Innovationen aus dem Ausland zugekauft werden müssen. Ein föderalistischeres System, wie es in der Schweiz angewandt wird, wäre ebenfalls eine zu diskutierende Lösung.“

Faktenbox

  • Österreich zählt international zu den Hochsteuerländern. Nur in vier Industrieländern, die Mitglied der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind, liegen die Nettolöhne in Relation zu den Arbeitskosten niedriger als in Österreich. Der internationale Vergleich zeigt, dass das Steuersystem hierzulande also dazu beiträgt, dass Arbeit teuer ist, den Arbeitnehmern aber netto relativ wenig davon bleibt.
  • Laut OECD gehen in Österreich 47,4% der gesamten Lohnkosten eines Durchschnittsverdieners an die Finanz und die Sozialversicherung.
  • Österreich liegt 2019 mit einer Abgabenquote von 42,6% im EU-Vergleich weiterhin auf dem sechstschlechtesten Platz. Mehr Abgaben bezahlt man derzeit nur in Frankreich, Belgien, Dänemark, Schweden und Finnland.