JI.Bund

Pensionssystem „unter Druck“

Darüber dass unser Pensionssystem Reformen vertragen könnte, war man sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion im Haus der Industrie schnell einig – bei den Details gingen die Meinungen aber rasch auseinander.

Andi Wimmer (2), Februar 2019

Der Generalsekretär des Österreichischen Pensionistenverbandes (PVÖ) Andreas Wohlmuth plädierte für zusätzliche Ausgaben bei jüngeren Jahrgängen, da diese durch den längeren Durchrechnungszeitraum benachteiligt seien. Man solle im Übrigen, „das System nicht schlechtreden“, die Finanzierung sei langfristig gesichert. Einerseits würden ja die Pensionshöhen der Jüngeren, eben durch die längere Durchrechnung, sinken, andererseits die Kosten für die Beamtenpensionen langfristig weiter sinken. Eine Position, die die weiteren Teilnehmer der von Christoph Kotanko (Oberösterreichische Nachrichten) moderierten Diskussion nicht teilen konnten. „Das System kommt durch die Demografie gehörig unter Druck“, so etwa UNIQA-Vorstand Peter Eichler. Das aktuelle System müsse reformiert werden, zudem brauche es von der Politik bessere Rahmenbedingungen, um eine zweite und dritte Säule in Österreich aufbauen zu können. Aktuell seien betriebliche und private Pensionsvorsorge viel zu wenig verbreitet. Klar sei hier aber auch „die Industrie gefordert, attraktive und transparente Produkte anzubieten“. Vor allem aufgrund der von der Politik vorgegeben Rahmenbedingungen sei dies in der Vergangenheit nicht immer optimal gelungen, so Eichler.

Podium2

„Die Älteren werden älter und mehr, die Jüngeren weniger – das kann sich auf Dauer nicht ausgehen“, betonte auch JI-Bundesvorsitzender Andreas Wimmer. Er sei angesichts der aktuellen Zahlen zu den Kosten des Pensionssystems „der Panikattacke nahe“ gewesen, langfristig seien Reformen unabdingbar. „Zum Glück habe ich ein gutes Kurzeit-, aber schlechtes Langzeitgedächtnis. In ein paar Wochen kann ich sicher wieder gut schlafen“, so Wimmer. Auch Max Lobmeyr, Präsident des Austrian Seniors Expert Pool (ASEP), plädierte für rasches Handeln, denn „wir haben in Österreich seit Ewigkeiten kein ausgeglichenes Budget geschaffen, die Schulden steigen ewig weiter“. Von der Politik könne man offenbar wenig erwarten, daher „sind wir alle als mündige Zivilgesellschaft gefordert“, so Lobmeyr in seiner Conclusio.

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