JI.Bund

Junge Industrie: Pensionserhöhung ohne Reform „frustrierend und ärgerlich“

JI-Vorsitzender Wimmer: Wahlkampf-induzierter Populismus-Verdacht drängt sich einmal mehr auf – Maßnahmen von 2019 rückgängig machen!

JI-Bundesvorsitzender Andreas Wimmer
(Copyright: Foto Franz Neumayr/Susi Berger)

„Seit einer gefühlten Ewigkeit wissen wir, dass im Pensionssystem etwas schiefläuft. Jahr für Jahr warnen Experten, dass wir Probleme in die Zukunft verschieben, dass selbst eine kleine Krise reichen würde, um sämtliche Schönwetter-Prognosen ad absurdum zu führen. Als gebe es mit der Corona-Krise nicht eine der größten Krisen überhaupt – samt heftigem Wirtschaftseinbruch und steigenden Arbeitslosenzahlen –, wird ein ohnehin zu teures Pensionssystem einmal mehr nachhaltig teurer gemacht. Das ist einfach nur frustrierend und ärgerlich!“, so der Bundesvorsitzende der Jungen Industrie, Andreas Wimmer. Durch wegbrechende Beiträge der Aktiven drohe eine heftige Kostenexplosion im Pensionssystem. „Freudig Geschenke zu verteilen, ohne den Ausgaben auch Reformmaßnahmen an die Seite zu stellen, ist ein völlig falsches Signal“, so Wimmer. Der Verdacht, dass „Wahlkampf-induzierter Populismus einmal mehr die politische Agenda diktiert“, dränge sich auf, weswegen Wimmer forderte: „Die Bundesregierung sollte morgen im Ministerrat zumindest auch darüber diskutieren, wann und wie wir die Beschlüsse von 2019 wieder rückgängig machen können – entsprechende Signale gab es Anfang des Jahres von beiden Koalitionspartnern!“

Vor allem die damals wieder eingeführte „Hacklerregelung“ sei „populistischer Unsinn“, wie der Bundesvorsitzende unterstrich. Auch die jetzige Maßnahme sei problematisch. „Keiner hat was gegen ‚Armutsbekämpfung‘ oder angebliche Maßnahmen, um den Pension-Gap bei Frauen zu verringern. Eine allgemeine Pensionserhöhung über der Inflationsrate mit der Gießkanne zu beschließen, ist aber nicht zielführend“. Aktive würden aktuell, wenn sie noch einen Job hätten, wohl kaum „Lohn-Anpassungen über der Inflationsrate kriegen, das geht sich aktuell einfach nicht aus. Aber offenbar ist vor Wahlen immer genügend Geld da für ein wenig positive Stimmungsmache in der größten Wählergruppe“, kritisierte Wimmer.