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Junge Industrie: Initiative der EU zu Pensionsalter sehr zu begrüßen

JI-Bundesvorsitzender Unger: In Österreich zumindest Abschaffung der Abschläge bei Frühpensionierungen endlich rückgängig machen – EU empfiehlt Pensionsantrittsalter von 71 bis 2040

Matthias Unger, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie (© Foto David Schreiber)

„Es ist sehr zu begrüßen, dass die Europäische Kommission mit dem Grünbuch über das Altern versucht, eine breite Debatte über die notwendige Anhebung des Pensionsantrittsalters anzustoßen“, so der Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Matthias Unger. Das Grünbuch empfiehlt ein Pensionsantrittsalter von 70 bis 2040, in manchen Staaten sei sogar ein höheres Alter notwendig, wolle man Wohlstand und im internationalen Vergleich hohe Lebensqualität bewahren, für Österreich sind 71 Jahre empfohlen. „Die Realität ist leider, dass wir in Österreich nicht einmal das aktuelle, gesetzlich vorgesehene Pensionsantrittsalter erreichen. Mehr noch: 2019 wurden sogar die Abschläge bei Frühpensionierungen wieder abgeschafft“, wie Unger ausführte. Es habe in der Vergangenheit Bekenntnisse der Bundesregierung gegeben, dieses „populistische Wahlzuckerl“ zurückzunehmen: „Es braucht jetzt endlich konkrete Maßnahmen! Das alleine wird die Schuldenmaschine österreichisches Pensionssystem nicht reparieren – aber es wäre ein erster, wichtiger und symbolischer Schritt!“

Nicht nur seitens der EU, sondern auch heimischer Experten habe es in der Vergangenheit wiederholt Warnungen gegeben, dass die aktuelle Corona-Krise das „ohnehin viel zu teure“ Pensionssystem weiter unter Druck bringen werde, wie Unger weiter ausführte: „Mehr Arbeitslose bedeuten auch weniger bezahlte Pensionsbeträge, bedeutet noch mehr Steuergeld muss im Pensionssystem versenkt werden. Wir geben über ein Viertel des Budgets für Pensionen aus, Tendenz selbst ohne Corona steigend. Gleichzeitig fließen magere zehn Prozent ins Bildungswesen – die Prioritäten stimmen schon lange nicht mehr.“ Ohne rasches Handeln komme auf jüngere Generationen in der Zukunft eine „nicht tragbare“ Doppelbelastung aus den „strukturellen Sünden der Vergangenheit – nicht nur aber auch im Pensionsbereich – sowie den zu erwartenden Kosten aus der aktuellen Krise zu. Das können wir nicht widerspruchslos hinnehmen!“