JI.Bund

Junge Industrie: Elementarpädagogik braucht Investitionen

JI-BV-Stv. Griller: Elementarbildung muss in hoher Qualität, ganztägig und ganzjährig zur Verfügung stehen

Nikolaus Griller, stellvertretender Bundesvorsitzender der Jungen Industrie (© Foto David Schreiber)

Ein gewisses Verständnis äußerte der stv. Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI), Nikolaus Griller, dafür, dass heute in Wien wieder einmal Elementarpädagoginnen und -pädagogen für eine Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen auf die Straße gehen: „Eigentlich sollten solche Maßnahmen nicht notwendig sein. Es herrscht breiter Konsens darüber, dass mehr Investitionen in die Elementarbildung erstens in Österreich dringend notwendig sind und sich zweitens auf lange Sicht ohnehin selbst finanzieren. Der Staat würde, wie auch in der Vergangenheit, durch ein Mehr an Beschäftigung auch mehr Steuereinnahmen generieren.“ In Wien sei man, auch bei der Verfügbarkeit qualitativ hochwertiger Bildungsangebote für unter-3-Jährige, vergleichsweise gut aufgestellt, aber „wir wissen, dass es in manchen Bundesländern anders aussieht. In Österreich hängt das Angebot elementarpädagogischer Einrichtungen damit vom Wohnort ab. Das ist nicht zeitgemäß und eine Belastung für die angestrebte, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Griller.

So brauche es einmal den reinen Ausbau vorhandener Angebote: „Wir benötigen rund 10.000 Betreuungsplätze für unter-3-Jährige, um das Barcelona-Ziel von 33 Prozent zu erreichen. Zudem braucht es echte, ganztägige und ganzjährige Angebote sowie bundesweit einheitliche Qualitätskriterien.“ In der Ausbildung von qualifiziertem Personal brauche es des Weiteren einen Qualitäts- und Quantitätsschub, wie Griller ausführte: „Das wird uns einiges kosten, aber die bestmögliche Bildung und Betreuung unserer Kleinsten muss uns das wert sein. Es wird hier auch darum gehen, den Pädagoginnen und Pädagogen endlich jene Wertschätzung entgegenzubringen, die sie auch verdient haben.“ Aus Sicht der JI müsse zumindest ein Aufschließen Österreichs bei den Investitionen in frühkindliche Bildung auf den EU-Schnitt von einem Prozent des BIP bis 2025 gelingen – laut Statistik Austria lag man in Österreich 2019 mit 0,7 Prozent des BIP deutlich unter dem Durchschnitt.