JI.Bund

Junge Industrie: Abschaffung der „Hacklerregelung“ gut, aber…

JI-Vorsitzender Unger: Jegliche Mehrausgaben aktuell kritisch zu sehen – „Hacklerregelung“ war populistischer Unsinn – Ersatzlose Streichung wäre am besten

Matthias Unger, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie (© Foto David Schreiber)

„Die ‚Hacklerregelung‘ ist nichts anderes als ein Anreiz dafür, früher in Pension zu gehen. Sie wurde ursprünglich abgeschafft, weil wir in Österreich ein relativ geringes Pensionsantrittsalter haben und gleichzeitig jedes Jahr viel zu viel Steuergeld ins Pensionssystem zuschießen müssen. Die Wiedereinführung im Herbst 2019 war daher von vornherein kontraproduktiv“, so Matthias Unger, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie (JI). Insofern sei die nun angekündigte Abschaffung der „Hacklerregelung“ zwar „ganz klar zu begrüßen, allerdings sehen wir in der aktuellen Situation jegliche Mehrausgaben im Pensionssystem sehr kritisch.“ Noch seien nicht alle Details zum „Frühstarter Bonus“ bekannt, aber „die ersten Kostenschätzungen machen nicht gerade hoffnungsvoll“, wie Unger betonte.

Das Pensionssystem sei ohnehin schon zu teuer, das werde sich aufgrund der aktuellen Krise weiter verschärfen, so der Bundesvorsitzende: „Es wird weniger Pensionsbeiträge der Aktiven geben, also wird die Ausfallhaftung des Bundes notgedrungen weiter steigen – ausgehend von einem ohnehin hohen Niveau: Wir geben über ein Viertel der Staatseinnahmen für Pensionen aus, keine zehn Prozent für Bildung – dies ist auch eine Schieflage bei der Frage der Generationengerechtigkeit.“ Die Jungen würden das auch ohne die aktuelle Krise mehrfach bezahlen, wie der Bundesvorsitzende ausführte: „Einmal durch ihre Beiträge und Steuern, während gleichzeitig Geld für Zukunftsinvestitionen fehlt. Später erben Sie auch noch den Schuldenberg.“

Die aktuelle Krise würde die Staatsverschuldung ohnehin heftig aufblähen, wie Unger unterstrich: „Uns ist klar, dass aktuell eine gewisse Neuverschuldung notwendig ist, um durch diese Krise zu kommen. Aber wir sollten dennoch nicht aus den Augen verlieren, dass wir irgendwann diese Schulden auch wieder zurückzahlen werden müssen. Populistische Mehrkosten sollten wir daher dringend vermeiden.“