JI.Bund

15A Vereinbarung: wichtiger budgetärer Schritt, Chance für großen qualitativen Schritt jedoch verpasst

Budgetäre Erhöhung ist richtiges Signal – Fokus auf Qualität und einheitlichen Ausbau fehlt – Elementarpädagogik braucht Prioritätenstatus. 

Matthias Unger, Bundesvorsitzender der Jungen Industrie (© Foto David Schreiber)

„Als Junge Industrie unterstützen wir selbstverständlich die budgetäre Erhöhung und die Ambitionen der Regierung im Bereich Elementarpädagogik. Aber die Chancen für einen großen Schritt, für eine substanzielle Veränderungen des Systems, wurden leider verpasst“, so JI-Bundesvorstandssitzender Matthias Unger.

Die im Zuge der Pressekonferenz vorgestellte budgetäre Erhöhung für Elementarpädagogik, ist nicht nur für einen weiteren bundesweiten Ausbau der Kinderbetreuung wichtig, sondern stellt vor allem auch eine wesentliche Investition in die zentrale Säule der Bildung dar. Neben diesem quantitativen Ausbau braucht es aber auch eine bundesweite Ausweitung der Öffnungszeiten, flexible Modelle für berufstätige Eltern, sowie hochwertige strukturelle und pädagogische Kriterien. Die gesteckten Ziele der neuen Vereinbarung, wie der Fokus auf sprachliche Frühförderung, der Ausbau vereinbarkeitskonformer Plätze oder die Schaffung von flächendeckenden Betreuungsangeboten, sind dabei sehr zu begrüßen, adressieren unsere Herausforderungen aber nicht ausreichend und lassen konkrete Umsetzungsschritte vermissen. „Auch das Ungleichgewicht betreffend Auslastung, Angebot und Standards zwischen Gemeinden bzw. Bundesländern oder die intransparente Bedarfserhebung wird in der neuen Vereinbarung nicht ausreichend behandelt“, so Unger.

„Wenn wir das Thema Elementarpädagogik ernst nehmen wollen, dürfen wir nicht auf der Stelle treten, sondern brauchen endlich hochwertige Standards und ein bundesweit einheitliches Konzept. Jedes Kind in Österreich soll die gleichen Bildungschancen und jeder Elternteil die gleichen Karrierechancen – unabhängig von Familienplanung oder Wohnort – bekommen“, ergänzt Vizevorsitzender Niki Griller. Elementarbildung ist Vereinbarkeits-, Bildungs- und Standortfaktor. „Je früher wir in Bildung investieren, desto höher ist unsere Bildungsrendite. Dazu zählen auch eine Ausbildungsoffensive für Pädagoginnen und Pädagogen, sowie eine höhere Väterbeteiligung“, so Griller.

Deshalb bleibt das Thema Elementarpädagogik auch weiterhin auf der Prioritätenliste der Jungen Industrie. „Wir lassen nicht locker. Aktuell erfüllen wir im Elementarbildungsbereich nicht unsere Ansprüche und somit auch nicht unsere Voraussetzungen für einen modernen, zukunftsgerichteten Standort. Da müssen wir dringend noch ambitionierter werden“, so Unger abschließend.